Ermittlungserfolge nach europaweiten Ermittlungen
Harter Schlag gegen Banden

Es ging um Autodiebstähle, Einbrüche, Raubüberfälle - und auch um Menschenhandel und Auftragsmorde. Der Polizei ist in europaweiten Ermittlungen ein Schlag gegen die Organisierte Kriminalität gelungen.

Berlin. Europäische Polizeibehörden haben in jahrelangen gemeinsamen Ermittlungen gegen die Organisierte Kriminalität aus Osteuropa 72 Banden zerschlagen. Hunderte Verdächtige wurden verhaftet. Die Täter kamen aus Polen, Litauen, Russland, Georgien und Tschetschenien. Beteiligt waren Tausende Ermittler aus 100 Polizeibehörden in 22 Ländern, wie das Bundeskriminalamt (BKA) und das Berliner Landeskriminalamt (LKA) am Donnerstag berichteten. Der von den Banden angerichtete Schaden dürfte im dreistelligen Millionenbereich liegen, hieß es in einer vorläufigen Bilanz.

Es ging um organisierten Diebstahl vor allem von teuren Geländewagen, um Serien von Einbrüchen in Häuser und Wohnungen, um Ladendiebstähle, Raubüberfälle auf Juweliere, Passfälschungen und Menschenhandel bis hin zu Auftragsmorden. Die Polizei ermittelte fast 2000 Verdächtige und nahm knapp 400 mutmaßliche Täter fest. Es gab Durchsuchungen in Deutschland, Polen, Tschechien, Österreich, Italien, Portugal, Frankreich und Belgien. Die Europäische Union förderte das Projekt unter dem Titel "Internal Security". Der Berliner LKA-Dezernatsleiter für Organisierte Kriminalität, Dirk Jacob, sagte: "Dieses Projekt war europaweit bisher einzigartig. Und es war zukunftsweisend." Ein Antrag für ein weiteres Projekt ist gestellt.

Allein 910 Autodiebstähle


Aufgeklärt wurden etwa die Diebstähle von 910 Fahrzeugen im Wert von mehr als 65 Millionen Euro. Teilweise waren die Autos bis nach Zentralasien verschoben worden. Das Vorgehen beschrieb Jacob so: "Die Gruppen werden zentral aus dem Ausland gesteuert und verfügen über eine hervorragende Logistik, sind hochmobil und wechseln ihr Tätigkeitsfeld blitzschnell." Die Täter benutzen bei jedem Beutezug neue Handys und Telefonkarten und kommunizieren über Messenger-Dienste. Sie setzen Hightech-Werkzeug ein und schrecken auch vor Gewalttaten nicht zurück. Polizeisperren würden zur Not durchbrochen.
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