Erneuerbare Energien: Wird die Wasserkraft noch nicht ausreichend genutzt?

Zur Energie-Wende:

Fukushima als Argument ist fern jeglicher Realität: Wir in Europa haben keine Erdbeben und keine Tsunami, hätten also genügend Zeit gehabt, um unsere Situation hier in Europa gründlich zu studieren und dann entsprechend zu entscheiden. Nein - es wurden "Schnellschüsse" gefasst, um die Bevölkerung zu beruhigen: Jede Partei wollte die Erste sein, die die Fukushima-Gefahren erkannte und Vorschläge für die Vermeidung unterbreiten wollte. Dass bei einem Atomunfall der Atommeiler unserer Nachbarn eine Strahlen-Verseuchung nicht zu verhindern ist, wurde wissentlich heruntergespielt. Andere Länder bauen neue Atomkraftwerke, wir legen unsere technisch einwandfreien Anlagen still und verschandeln mit Stromtrassen, Windrädern und Solarfeldern unsere Landschaften. Windräder und riesige Fotovoltaikfelder in Bayern sind der Unfug in Potenz - sie sind unrentabel und nur durch Subventionen zu realisieren. Die Anlagen-Investoren reiben sich die Hände wegen der steuerfinanzierten guten Verzinsung.

Subventionierte Maisfelder sind die Unvernunft hoch Drei: Wir laugen damit die Böden aus, vernichten fruchtbares Ackerland und importieren dann Lebensmittel, unreifes Obst und Futter aus Südamerika und den USA, nur um - wieder subventioniertes - Biogas auch aus eigenen nachwachsenden Rohstoffen zu erzeugen und mit den verbleibenden, unbrauchbaren Abfällen die Böden zu verseuchen. Biogas ist richtig, aber nur aus eigenen rein biologischen Abfällen und nicht aus nachwachsenden heimischen Rohstoffen. Wir produzieren Unmengen an Abfällen, ohne sie konsequent aufzubereiten, zu sortieren und vernünftig wiederzuverwenden.

(Mini-)Blockheizkraftwerke auf (Bio-)Gas-Basis sind für Wohnhäuser totaler Unfug, da sie meistens nach dem Wärmebedarf/-Verbrauch ausgelegt werden und mit einem großen Heißwasserspeicher ausgestattet sein müssen. Hierbei erzeugter Strom kann - notfalls - noch ins Netz geliefert werden. Aber wohin mit der Wärme, wenn das BHKW nach dem Strombedarf ausgelegt wird und im Sommer die hierbei anfallende Abwärme nicht verwertet, d.h. nicht gespeichert/geliefert werden kann? Für Eskimos wären BHKW sicherlich gut. Industrielle BHKW sind nur dann wirtschaftlich, wenn der Betrieb einen kontinuierlichen Wärmebedarf hat - z.B. zum Trocknen oder konstant Warm-/Heißwasser benötigt. BHKW liefern nämlich bei voller Nutzung der Abgaswärme des zugeführten Gases 50 bis 55 Prozent Wärme und 30 bis 32 Prozent Strom. Hausfassaden-Isolierungen kosten viel Geld: Sie amortisieren sich nicht alleine innerhalb von 10 Jahren durch die Einsparung von Energiekosten. Man sollte dafür Geld übrig haben und genügend Idealismus aufbringen.

Ein Brennwertkessel als Ersatz einer veralteten Heizung bringt mehr Energieersparnis als eine Hausfassaden-Isolierung. Wir haben in Bayern genug Wasser, um damit ausreichend Atom-Ersatzstrom zu erzeugen und auch genügend Höhenlagen, um eventuell Wasserspeicher für den Spitzenstrombedarf zu errichten (stört eigentlich jemand der Anfang der 50er Jahren errichtete Wasserspeicher Reisach-Rabenleite?). Mini-Wasserturbinen mit Stromgeneratoren an vielen Flüssen (mit Fisch-Aufsteigemöglichkeit), Seeabläufen, Wasserfällen u.ä. verschandeln das Umland weniger als Stromtrassen, Windräder und Solarfelder. Wir haben viele Mühlenbäche, Kanäle, Wehren und Wasseraufstauungen, die nicht ausreichend für die Stromerzeugung genutzt werden: Wir schützen lieber Biber, die unsere Bachufer zerstören.

So viele "Dreckschleudern" wie in China und Indien gibt es nirgends auf der Welt. Ich war seit Anfang der 80er Jahre - beruflich - 20 mal in Indien und 9 mal in China und kenne deren Einstellung zur Umweltverschmutzung. Die Vermeidung kostet sie Geld - viel Geld.

Dr.-Ing. Karl Unterstein 92637 Weiden
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2014 (8194)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.