Erstes Oberpfälzer Kultur- und Militärmuseum neu strukturiert und wiedereröffnet
Elvis, Micky-Bar und die "Dora"

Grafenwöhr. (rgr) Wieso ist der Truppenübungsplatz eines der größten Naturschutzgebiete Bayerns? Was sucht Elvis Presley in der Grafenwöhrer Micky-Bar und was hat es mit der Sprengung des größten Geschützes des Zweiten Weltkrieges auf sich? Antworten auf diese und viele andere Fragen bringt ein Besuch im neu strukturierten Kultur- und Militärmuseum in Grafenwöhr.

Die neue Dauerausstellung zeigt auf 460 Quadratmetern in vier Räumen die komplette Stadtgeschichte Grafenwöhrs. Getrennt in alltags- und militärgeschichtliche Teile führen die Inszenierungen durch die Jahrhunderte von der Stadterhebung 1361 bis in die heutige Zeit und zeigen das Zusammenleben von Deutschen und Amerikanern auf. Zahlreiche Medienstationen und Texttafeln in deutscher und englischer Sprache zeigen den Besuchern die Alltags-, Kultur- und Militärgeschichte der Stadt Grafenwöhr.

In der Elvis-Abteilung wird nicht nur der King of Rock 'n' Roll durch die angefertigte Elvisfigur von dem aus Grafenwöhr stammenden Toni Zulla lebendig, sondern auch die Micky-Bar, in der Elvis einige Male zu Gast war. Zu bestaunen ist auch der legendäre Flügel, auf dem Elvis bei Privatpartys spielte. Diesen hat Raimund Rodler zur Verfügung gestellt. Videoaufnahmen zeigen Interviews mit Zeitzeugen, die den Rockstar damals hautnah erleben durften.

Besonders eindrucksvoll zeigt das Museum Exponate, Zeittafeln und Bilder zur Nazi-Zeit, zum Zweiten Weltkrieg und zum Einmarsch der US-Armee im April 1945. Ein Army-Jeep gehört zum Mobiliar, bisher unbekanntes Material kann präsentiert werden.

Die Erinnerung an Stadtgeschichte, an Krieg und Vertreibung, an Elvis, Eheschließungen oder an den Glauben der Wiedervereinigung: Sie ist im Kultur- und Militärmuseum Grafenwöhr allgegenwärtig. Auch die "Dora", das größte Eisenbahngeschütz aus dem Zweiten Weltkrieg ist in der militärgeschichtlichen Abteilung zu sehen (Modell der Firma Seemann aus Kirchenthumbach). Es lohnt sich, diese Geschichte zu "erleben". "Die Kosten der Neustrukturierung betragen 478 000 Euro. Wenn die Eigenleistung des Grafenwöhrer Heimatvereins mit hinzugezählt wird, betragen die Gesamtkosten rund eine halbe Million", erklärt Heimatvereinsvorsitzender Willi Buchfelder. Geöffnet ist das Museum von Dienstag bis Donnerstag und am Sonntag jeweils von 14 bis 17 Uhr, für Gruppen nach Vereinbarung. Für Schulklassen oder Vereine kann auch eine Museums-Rallye durchgeführt werden.
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