Esa und Roskosmos gemeinsam auf Spurensuche
Gibt es Leben auf dem Mars?

So sieht der Exomars-Rover aus, der auf dem Roten Planeten nach Spuren von Leben suchen soll. Animation: Esa/AOES-Medialab/dpa

Baikonur. Selten hat ein simpler Raketenstart vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur solch eine Strahlkraft. Voller Spannung erwarten Europas Raumfahrtagentur Esa und ihr russischer Partner Roskosmos heute um kurz vor 10.31 Uhr den Countdown für ihre erste gemeinsame Mission zum Mars. Das milliardenschwere Projekt Exomars soll in zwei Etappen Spuren von Leben auf dem Roten Planeten suchen.

"Wenn es jemals eine Mission gegeben hat, die eine echte Chance hatte, Hinweise auf Leben auf dem Mars zu finden, dann ist das Exomars", sagte Jorge Vago (53) von der Esa. Der Wissenschaftler aus Argentinien treibt das ambitionierte Projekt, an dem sich Roskosmos maßgeblich beteiligt, seit den ersten Überlegungen der Esa 2002 mit voran.

Russland war erst 2013 in das Projekt eingestiegen, nachdem die Nasa 2011 wegen Finanzproblemen einen Rückzieher gemacht hatte. Dennoch steuert die Nasa einzelne Instrumente bei. Vollgepackt mit Hightech soll die erste von zwei Proton-M-Raketen nun zum Nachbarplaneten starten. Nach dem siebenmonatigen Flug wird die Sonde TGO (Trace Gas Orbiter) bis mindestens 2022 - so der Plan - als Wissenschaftssatellit um den Mars kreisen und die Atmosphäre auf Spuren von Methan untersuchen. Das Testmodul "Schiaparelli" soll nach der Abkopplung vom TGO am Fallschirm zur Marsoberfläche hinabsegeln - planmäßig am 19. Oktober 2016. "Schiaparelli" soll laut Vago Erfahrungen sammeln für die zweite Etappe von Exomars: ein Landemodul mit einem Rover.

Dessen Start vom Kosmodrom Baikonur ist für 2018 geplant. Der Rover sei das Herzstück des Großprojekts. "Wir müssen nicht nur auf der Oberfläche nach Leben suchen, sondern dafür sehr tief gehen." Der Rover kann bis zu 2 Meter tief bohren.
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