Etikette-Tipps für Azubis - Fettnäpfchen vermeiden - Neulinge können im Betrieb viel falsch ...
Stilvoll in die Lehre starten

Die Schule ist geschafft, die Lehrstelle gefunden: Eigentlich ist das Schlimmste damit überstanden. Aber Achtung: Auf Azubis warten am Anfang der Lehre jede Menge Fettnäpfchen. Dabei sind gerade die ersten Tage und Wochen wichtig. Denn hier gilt das Sprichwort: Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Eine Liste der häufigsten Stolperfallen:

Die Vorstellung: "Moin, ich bin der Tobi." So eine Begrüßung geht gar nicht. Ein "Guten Tag" sollte es schon sein, dann folgt der volle Name, kein Spitzname. Eine formelle Vorstellung falle vielen jungen Leuten schwer, weil sie sich dann als uralt und spießig wahrnehmen.

Im Idealfall nimmt der Chef den Neuling an die Hand und führt ihn durch die Büros, um ihn vorzustellen. Aber Vorsicht beim Händeschütteln: "Die Initiative zum Handschlag geht immer vom Ranghöheren aus", sagt Etikette-Trainerin Agnes Jarosch. Also nicht einfach die Pranke ausstrecken.

Die Kommunikation:Gerade am neuen Schreibtisch Platz genommen, schon klingelt das Telefon. Was nun? Schlechteste Antwort auf eine Kundenanfrage: "Ich habe keine Ahnung, ich bin neu" - auch wenn das wahrscheinlich die ehrlichste Reaktion wäre. Besser ist Jarosch zufolge der Satz: "Ich kläre das gerne für Sie." Und dann bloß nicht vergessen, Namen, Nummer und Anliegen zu notieren - sonst wirkt der Azubi schnell inkompetent, wenn er die Anfrage an den Chef weiterleitet.

Apropos weiterleiten: Bei E-Mails kann auch allerlei schiefgehen. "Junge Menschen sind gewöhnt, sehr informell zu kommunizieren", sagt Jarosch. Bei Facebook und Co. spielt Rechtschreibung eben eine untergeordnete Rolle, und die vielen schönen Emoticons wollen auch benutzt werden. In eine berufliche E-Mail gehört sicher kein Smiley. Und die richtige Groß- und Kleinschreibung sind ebenso ein Muss wie eine formelle Anrede.

Weiteres Fettnäpfchen: die Finger nicht vom eigenen Handy lassen. "Arbeitszeit ist Arbeitszeit", sagt Jarosch. Auf die neuesten Updates der Freunde muss der Azubi wohl oder übel bis zur nächsten Pause verzichten.

Das Büroleben: Wer den letzten Kaffee nimmt, muss neuen kochen, wer das fehlende Papier im Drucker bemerkt, füllt neues nach - das Einmaleins für ein harmonisches Büroleben.

Lästige Aufgaben: Kopieren, Briefe verschicken, den Friseursalon fegen. Nervige Aufgaben gibt es beim Berufseinstieg viele - immerhin kann der Azubi Anspruchsvolleres meist ja noch nicht. Falsch wäre aber, sofort darüber zu jammern.

Feedback:Falls doch etwas schiefgelaufen ist, ist ein Feedback-Gespräch nach der ersten Woche eine gute Lösung. Selbst dabei lauert noch ein Fettnäpfen: Gibt es Kritik, ist es völlig falsch, sie gleich abzuwehren. Stattdessen gilt: einstecken, entschuldigen und für die Kritik bedanken.
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