Euro-Jackpot geknackt
Fast 77 Millionen ins Rheinland

Das ist wirklich mal ein dickes Osterei: Ein Tipper aus dem Rheinland bekommt die 76,8 Millionen Euro aus dem Euro-Jackpot. Die Lottogesellschaft erwartet den Anruf des Glücklichen - und hat dann auch einige Hinweise für ihn parat.

Münster. Ein Rheinländer hat den Euro-Jackpot geknackt und kann nun 76,8 Millionen Euro einstreichen - den höchsten Gewinn der deutschen Lottogeschichte. "Ein wahrlich dickes Osterei", sagte am Samstag der Geschäftsführer von Westlotto, Andreas Kötter. Der Gewinner oder die Gewinnerin kommt aus dem Rhein-Sieg-Gebiet bei Köln.

"Offenbar haben die Rheinländer das Glück gepachtet", sagte Westlotto-Sprecher Axel Weber. Schon am 1. Januar dieses Jahres hatte ein Tipper aus dem Großraum Köln die Summe von 49,7 Millionen Euro eingeheimst. Diesmal habe der oder die Glückliche einen Einzeltipp gespielt, sagte Weber. Deshalb gehe man auch davon aus, dass es sich um einen einzelnen Gewinner und nicht um eine Tippgemeinschaft handele. "Jetzt warten wir - Anruf genügt!" Erfahrungsgemäß werde sich der Gewinner aber wohl erst Anfang der Woche melden.

Bis Ostermontag hatte sich der Glückspilz noch nicht gerührt. "Sobald sich er sich meldet, werden wir das Gespräch anbieten, damit er sich in dem Wust zurechtfindet", sagte Weber. Damit keine Trittbrettfahrer auf dumme Gedanken kämen, müsse der Gewinner zunächst ein umfangreiches Prüfverfahren durchlaufen.

Anonymität gewahrt


Die Identität des Gewinners will die Lottogesellschaft zu seinem Schutz nicht preisgeben. Hierzulande dürfen Lottogewinner anonym bleiben. Anders ist das zum Beispiel in den USA, wo man mit seinem Lottoschein oft auch das Recht auf "Privacy" abgibt - die Lottogesellschaften wollen schließlich mit den Glückspilzen Reklame machen.

Die Erfahrung zeige, dass es gut sei, wenn Gewinner sich erst einmal einige Wochen lang still verhalten und die frohe Kunde nur mit den engsten Familienmitgliedern teilen, sagt Experte Weber. Wenn man die Nachricht dann einigermaßen verarbeitet habe, könne man mit kühlem Kopf an die Sache herangehen und überlegtere Entscheidungen treffen.

"Nach der Freude kommt der Schock", weiß Westlotto-Sprecher Weber aus Erfahrung: der Schock des Millionen-Gewinns. Für diese Phase gebe es drei goldene Regeln. "Erstens: die Klappe halten." Will sagen: Nicht gleich überall ausposaunen, dass man jetzt einen achtstelligen Betrag auf dem Konto hat. "Zweitens: Keine unüberlegten Handlungen." Denn was nützt alles Stillschweigen, wenn man sich einen fetten Ferrari vor die Tür stellt? "Drittens: von seriösen Banken oder Sparkassen beraten lassen." Dann könne man mit den Millionen auch glücklich werden, sagt Weber.

Die Zahlen des Eurojackpots waren am Freitagabend in Helsinki gezogen worden: 9-10-19-20-35 plus die beiden Zusatzzahlen 3 und 4. Sie brachten den bisher zweitgrößten Gewinn in der Geschichte des Euro-Jackpots. Den Rekord von 90 Millionen Euro hatte sich 2015 ein Tipper aus Tschechien gesichert. Für Deutschland ist der Gewinn dagegen durchaus ein Rekord: Die bisherige Höchstsumme von knapp 59 Millionen Euro war 2014 an einen Spieler aus Hessen gegangen.

Anders als beim deutschen Traditionsspiel Lotto 6 aus 49 können beim Euro-Jackpot Spieler aus 17 europäischen Ländern mitspielen. Um den Jackpot zu knacken, müssen 5 aus 50 sowie 2 aus 10 Zahlen richtig getippt werden. Die statistische Wahrscheinlichkeit dafür liegt laut Westlotto bei 1 zu 95 Millionen.

Kein "Dauerglück"


Das mit dem Glück ist allerdings so eine Sache. Eine mittlerweile klassische Studie der amerikanischen Psychologen Philip Brickman, Dan Coates und Ronnie Janoff-Bulman ergab im Jahr 1978, dass 22 Lottogewinner nach einem Jahr nicht glücklicher waren als 22 Vergleichspersonen. Diese Erkenntnis ist seitdem vielfach bestätigt worden. Sowohl nach Erfolgserlebnissen wie auch nach Schicksalsschlägen pendelt sich das Glücksgefühl demzufolge nach einiger Zeit wieder auf Normalniveau ein.
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