Europa schickt weiteren "Wächter"-Satelliten ins All
Neuer Blick auf die Erde

Aus einer Höhe von rund 800 Kilometern soll der neue "Wächter"-Satellit die Ozeane beobachten. Sentinel-3A startet am Dienstag im Norden Russlands. Bild: dpa

Darmstadt/Plessezk. Europas Raumfahrtagentur Esa verstärkt die Erdbeobachtung aus dem All. Als "Wächter" soll ein weiterer Satellit der Sentinel-Reihe den Blauen Planeten abtasten. Eine der Hauptaufgaben: Er soll regelmäßig und global die Ozeane im Blick haben und die Temperatur der Meeresoberfläche messen. "An diesen Daten sind auch Fischer interessiert", sagte Volker Liebig, Esa-Direktor für Erdbeobachtungsprogramme. Fische halten sich eher in kalten, nährstoffreichen Gewässern auf.

Der Start von Sentinel-3A (englisch: "Wächter") ist am Dienstag um 18.57 Uhr MEZ mit einer Rockot-Trägerrakete vom Kosmodrom Plessezk in Nordrussland aus geplant. Der Satellit soll seine Umlaufbahn in rund 800 Kilometern Entfernung erreichen. "Die Höhe ist für die Erdbeobachtung ideal", erklärte Paolo Ferri, Chef des Esa-Flugbetriebs. "Die Daten sind auch hilfreich für die Wasserqualität." Außerdem gehe es um die Vermeidung von Umweltverschmutzung.

Sentinel-3A hat fünf Instrumente dabei. Er ist der dritte "Wächter" dieser Reihe, nach Sentinel-1A und -2A. Die Lebensdauer der Satelliten ist auf sieben Jahre ausgelegt. Dieses Jahr sind weitere "Wächter"-Satelliten geplant. 2017 soll dann ein zweiter, baugleicher Sentinel-3B ins All geschickt werden, dieses Mal vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana mit einer Vega-Rakete.

Der erste Sentinel-Satellit des ehrgeizigen Weltraumprogramms "Copernicus" hob im April 2014 ab. Im Esa-Kontrollzentrum Esoc in Darmstadt, von wo aus Satelliten gesteuert werden, hatten Experten wie Politiker zum Start von Sentinel-1A von einer "neuen Ära" und einem "Quantensprung" in der Erdbeobachtung gesprochen. Die Informationen aus dem "Copernicus"-Programm stehen Politikern bei Entscheidungen über Strukturmaßnahmen zur Verfügung, ebenso Unternehmern, Wissenschaftlern und der Landwirtschaft.
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