Ex-Rallye-Fahrer Horst Linn realisiert mit "Speedtreibhaus" Vision vom Motorsportmuseum
Traumautos im Ruhestand

Wer sich in einem erfüllten Leben seine Träume erfüllen kann, darf sich glücklich schätzen. Noch glücklicher ist der, der sich seine Träume zurück kaufen und in ein Museum stellen kann. Horst Linn (70) ist so ein Glücklicher. Sein Traum war das Rallye- und Bergrennenfahren. Und er hat ihn mit Erfolg verwirklicht, war jahrzehntelang ganz oben mit dabei, bei den ganz Großen wie Walter Röhrl, mit dem zusammen er in den Sechzigern seine ersten großen Rallyes fuhr.

Rallye-Geschichte

Viele seiner Autos waren in alle Winde zerstreut, als Horst Linn anfing, sie aus ganz Europa zurückzukaufen. Jetzt hat er sie zusammen mit anderen bedeutenden Rallyeautos in einem eigenen Museum aufgestellt, das er "Speedtreibhaus" taufte. Am Tag der Eröffnung kam das letzte, ein Renault R 8 S in Knallgelb, mit ihm hatte er Anfang der Siebziger Erfolge eingefahren.

Der Renault ist typisch für ihn, denn französische Autos wurden seine Leidenschaft. In der Anfangsphase, im Jahr 1967, fuhr er mit einem Fiat 500 "dreimal rund um den Kirchturm mit der Nachbarstochter". Die ersten Erfolge hatte er mit einem Rallye-Kadett B bei "richtigen internationalen Rallyes" wie der Rallye Wiesbaden, der Winterrallye Marktredwitz oder der Rallye Bavaria und Lyon Charbonnier. "Da haben sich auch Walter und ich angefreundet".

Der drei Jahre jüngere Walter Röhrl war mit seinem Fiat 850 immer einen Tick schneller und wurde bekanntlich Profi-Rennfahrer, der studierte Elektrotechnik-Ingenieur Horst Linn dagegen baute seine Firma "Linn High Therm" in Eschenfelden auf und fuhr nur nebenher: "Ich bin nie Meisterschaften gefahren". Dennoch sammelte er in all den Jahren eine beträchtliche Zahl Pokale an, die heute im "Coffeeshop" des Speedtreibhaus stehen. Allein, er hat sie nie gezählt, manche weggeworfen, wenn die dünne Metallschicht von den Pokalen oder Lorbeerkränzen abgeplatzt war...

Rallye-Service half

"Die Liebe zu Renault ist dadurch entstanden, dass der damalige Chef von Renault Deutschland fand, dass ich gut Auto fahren kann". Seine Autos wurden vom Renault-Rallye-Service kostenlos gewartet, und die "Liebe" hält bis heute. Vor dem Speedtreibhaus steht ein getunter Renault Megane Coupé mit 310 PS in "Gordini"-Blau, mit dem nur Horst Linn selber fährt, denn so ein Auto, findet er, könne man nur mit Rallye-Erfahrung sicher im Straßenverkehr bewegen.
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