Fahrbericht Golf Sportsvan Highline 1,4 TSI Blue Motion
Reichlich Plus für den Plus-Nachfolger

Gestreckter und dynamischer als sein Vorgänger ist der Golf Sportsvan. Er fährt in die Nische zwischen Variant und Touran. Bild: bz
Gölfe gibt es reichlich im Revier der Kompakten, mit dem Sportsvan läuft der Wolfsburger Bestseller sogar zur Hochform auf. 14 Zentimeter höher als die Limousine, auch deutlich länger und breiter, streckt sich der einstige "Plus" zur Mercedes B-Klasse und avanciert zum Mehrwert-Golf: Vielseitiger und geräumiger, gleichzeitig sportlicher und dynamischer.

Muskulös und kraftvoll ist das Erscheinungsbild mit dem Bügelfalten-Design. War der Vorgänger noch etwas pummelig, zeigt der Neue Kante. Und er zielt nicht mehr auf die "Best Ager" ab, hat eher junge Familien im Blick, behauptet sich irgendwo zwischen Variant und Touran.

Ein Stauvolumen von bis zu 1520 Liter, doppelter Ladeboden und um 18 Zentimeter verschiebbare Rücksitze rüsten den Sportsvan für nahezu alle Transportaufgaben. Elf Zentimeter längerer Radstand sei dank: Das Raumangebot auf allen Plätzen ist riesig. Selbst lange Lulatsche auf den Rücksitzen genießen eine fürstliche Beinfreiheit. Einfach üppig die Verhältnisse vorne. Ein- und Ausstieg sind auch für Bandscheibengeschädigte ein leichtes Spiel. Und zwischen Kopf und Himmel bleibt stets ausreichend Luft. Dank erhöhter Sitzposition ist die Übersicht ausgezeichnet - auch ohne Rückfahrkamera. Das Mobiliar ist straff, ohne aber den Komfort zu vernachlässigen.

Das gilt noch mehr für das Fahrverhalten. Da geht der Wolfsburger völlig unaufgeregt zur Sache. Der in unserem Testwagen verbaute Direkteinspritzer dreht munter hoch, das Doppelkupplungsgetriebe wählt stets den passenden der sieben zur Verfügung stehenden Gänge.

Wer will, kann zwar über die Paddel am Lenkrad oder den Wählhebel selbst Hand anlegen, echt brauchen tut er das aber nicht. Der Sportsvan kann selbstredend Sport, verführt aber eher zu einer gelassenen Betrachtung des Verkehrsgeschehens. Dazu trägt sicher auch ein Verbrauch bei, der immerhin einen Aktionsradius von gut 800 Kilometern erlaubt.

Die Start-Stopp-Automatik arbeitet zuverlässig, die adaptive Fahrwerksregelung ebenso. Wobei die Normal-Stellung eigentlich völlig ausreicht. Auch schnell gefahrene Kurven meistert der Hoch-Golf mit stoischer Gelassenheit. Fahrbahnunebenheiten werden weitgehend glattgebügelt.

Auch ein Sportsvan ist ein Vertreter der reinen Golf-Lehre und bietet eine in sieben Generationen gereifte Ergonomie, hochwertige Materialien und eine exzellente Verarbeitung. Und reichlich Assistenten, die man aus allen anderen Modellen kennt. Da heißt es dann aufpassen, dass die Liste der Annehmlichkeiten nicht zu lang wird. Denn von Ablagenpaket und Notbremsfunktion über dynamische Fernlichtregulierung und Navigationssystem bis hin zur 400 Watt-Soundanlage, zu Parkpilot und Verkehrszeichenerkennung gibt es alles, was gut und teuer ist.

Da muss die angepeilte Zielgruppe junger Familien mit spitzem Bleistift rechnen. "Best Ager" geben da schon eher ein bisschen was aus.
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