Fahrbericht Mercedes C 250 Bluetec
Einfach klasse diese Klasse

Als ebenso sportliches wie komfortables Langstreckenfahrzeug empfiehlt sich die C-Klasse von Mercedes. Dabei hängt sich der Stern von Stuttgart auch noch das grüne Mäntelchen des Saubermanns um. Bild: Daimler
Wenn "C" eigentlich ein "E" ist und dann noch zum "S" greift, dann spielen die Schwaben mal wieder Sternenzauber. Was vor nunmehr 32 Jahren mit einem 190er im biederen Blechkleid begonnen hat, ist heute ein in vier Generationen fast zur Perfektion gereifter Modellathlet. Das hohe "C" des Autobaus. Attraktive Optik paart sich hier mit edlen Materialien und modernster Technik. Mit "Mittelklasse" hat das alles nichts mehr zu tun. Leider auch im Preis.

Der W 205, wie die aktuelle Version der Baureihe werksintern genannt wird, orientiert sich am luxuriösen Bruder mit dem "S" auf dem Modellschild. Länge und Radstand sind im Vergleich zum Vorgänger um gute zehn Zentimeter gewachsen. Allerdings nicht unbedingt zum Nutzen der Passagiere.

Während Hinterbänkler knappe Beinfreiheit bemängeln, gibt es vorne nix zu meckern. Der Fahrer füllt sich extrem wohl an seinem Arbeitsplatz. Die Sitze sind straff und dennoch komfortabel genug, um auch Langstrecken ermüdungsfrei zu absolvieren. Schalter und Knöpfe sind da, wo sie die Hand auch sucht. Etwas Gewöhnung bedarf allerdings die Kombination aus Druck-Dreh-Schalter und Touchpad auf der Mittelkonsole. Dort findet sich auch das Gusto-Stückerl: Der Schalter für die fünf Fahrprogramme. Per Tastendruck verändert die C-Klasse komplett ihre Charakteristik: vom spritsparenden "Eco" über das gemütliche Dahingleiten in "Comfort" bis zum bissigen "Sport+" oder dem speziellen "Individual". Motormanagement und Fahrwerk reagieren in Sekundenbruchteilen auf die Elektronikbefehle.

Das sorgt für richtig Fahrspaß. Vor allem, wenn noch die Luftfederung Airmatic für 1416 Euro mit an Bord ist. Die passt die Dämpfung automatisch an jedem Rad den Straßenverhältnissen an und sorgt für ein ausgesprochen angenehmes Gefühl von Schweben.

Überhaupt bietet Mercedes eine ganze Armada von Helferlein an. Da ist das autonome Fahren nicht mehr weit weg. Die C-Klasse bremst und beschleunigt automatisch im Stau, greift bis zu einer Geschwindigkeit von 200 km/h selbstständig ein, wenn eine Kollision zu drohen scheint, wobei sogar der Querverkehr und Fußgänger mit einbezogen werden. Die Elektronik warnt, wenn sie beim Fahrer Anzeichen von Müdigkeit erkennt, oder er die Hände vom Lenkrad nimmt. Sie holt das Fahrzeug mit sanftem Druck wieder in die rechte Spur und parkt das gute Stück sicher ein. Eine 360-Grad-Kamera sorgt für beste Rundumsicht. Intelligente Technik spart bei Fernlicht den Gegenverkehr blendfrei einfach aus dem Lichtkegel aus. Auch an Komfort-Features vom edlen Leder über die exklusive Burmester-Soundanlage bis zum TV-Tuner für digitales Fernsehen mangelt es nicht.

Da erwartet man sich schon fast einen Sechszylinder unter der langgestreckten Haube. Muss aber gar nicht sein. Der Vierzylinder-Diesel geht zwar etwas rau zu Werke, schafft aber mit 500 Newtonmeter ein bulliges Drehmoment. Das sorgt im Verein mit der Siebengang-Automatik für stets flotte Gangart. Dabei entpuppt sich die C-Klasse als Knauserer. Zwar erreichte unser Testwagen nie die Zielvorgabe, 6,3 Liter sind für ein Fahrzeug dieser Klasse aber klasse.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.