Fahrbericht Mitsubishi ASX 2.2 DI-D 4WD Instyle
Wichtiges Feld ganz gut beackert

Auch wenn der ASX ausgesprochene Kraxel-Künste kennt, den kompakten SUV wird man eher in der Stadt und auf dem Land sehen, denn im rauen Gelände. Bild: Mitsubishi
Weil die großen Geländegänger nicht nur in Parkhäusern immer häufiger anecken, sind kompakte Freizeitfahrzeuge heute gefragter denn je. Mitsubishi beackert mit dem ASX das wichtige Terrain. Der agile Ableger des Outlander ist seit 2010 auf dem Markt und hat vergangenes Jahr das erste Facelift erhalten.

Da muss man schon mehr als zweimal hinschauen, um die Verfeinerungen im Detail auszumachen: hier ein geänderter Kühlergrill, dort eine Chromspange mehr, da die nun vollständige lackierte Stoßstange; dazu ein paar kleine Veränderungen im Innenraum. Das war's dann schon.

Das Cockpit ist aufgeräumt, das Interieur schlicht, aber hochwertig verarbeitet. Der bisherige Drehknopf für die Allrad-Bedienung ist nun einem Druckknopf gewichen. Die Bedienung ist unkompliziert. Die Hand findet intuitiv alle Schalter und Hebel, wenn auch den für die Sitzheizung erst nach tastender Suche auf der Innenseite des Gestühls.

Das Mobiliar ist bequem und komfortabel zugleich. Vier Erwachsene haben ausreichend Platz, der Mittelsitz auf der Rückbank ist höchstens für den kurzen Notfall zu empfehlen. Weil zwar 35 Zentimeter kürzer als der Outlander, aber mit gleich langem Radstand, ist das Raumgefühl einfach ausgezeichnet. So empfiehlt sich der ASX als angenehme Reiselimousine. Jetzt noch das Sonnenschutz-Rollo weg, schon holt man sich über das gläserne Panorama-Dach den Himmel ins Auto.

Der Vierzylinder-Diesel gehört zu den kultivierten Vertretern seiner Art. Die 360 Newtonmeter schieben mächtig an, verrichten ihre Arbeit aber unaufgeregt. Vor allem im mittleren Drehzahlband weiß der Mitsubishi zu gefallen. Auf der Autobahn geht es flott zur Sache. Auch auf Landstraßen legt sich der ASX mächtig ins Zeug.

Wo häufige Schaltarbeit gefragt ist, reagiert die Sechsgang-Automatik allerdings nicht ganz so spritzig. Dafür bietet der Wandler nahezu unendliche Übersetzungsmöglichkeiten. Wer will, kann über Lenkradpaddel selbst eingreifen, notwendig ist das allerdings nicht. Ein bisschen Erziehungsarbeit ist auch dabei: Wer beim Ausschalten des Motors nicht zuvor den Automatikhebel auf "P" gebracht hat, wird mit nervigem Gepiepse und unerklärlichen Fehlermeldungen im Display "abgestraft".

"AWC" nennt Mitsubishi die Voraussetzung für optimale Traktion auf nahezu jedem Untergrund. Für spritsparende Fortbewegung empfiehlt sich der Frontantriebsmodus. Bei "Auto" wird das Drehmoment variabel verteilt. Und mit "4WD Lock" meistert der ASX auch schwierigste Passagen ohne Murren. Nichts zu kritteln gibt es am Fahrwerk. Es hält nahezu alle Fahrbahnverwerfungen von den Insassen fern, bügelt selbst Kanaldeckel glatt.

Ein Verbrauchswunder ist der Diesel nicht. Der Testschnitt kann sich aber sehen lassen. Der "Aufschlag" gegenüber den Werksangaben hält sich im unteren Bereich. Zwar ruft Mitsubishi das von uns getestete Top-Modell "Instyle" für 33 590 Euro auf, die Liste der Optionen kennt aber nur eine Position: Metallic-Lackierung für 510 Euro. Alles andere ist serienmäßig verbaut. Und das reicht von der automatischen Stabilitäts- und Traktionskontrolle über Tempomat bis zur Klimaautomatik, vom Panoramadach mit elektrischer Sonnenblende über Xenon-Scheinwerfer bis zum großen Navi, vom Audio-System mit acht Lautsprechern bis zur Rückfahrkamera und dem schlüssellosen Zugang. Nur eines gibt es nicht: ein Start-/Stopp-System.
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