Fahrbericht Opel Cascada Innovation 1.4 Turbo
Blickfänger und Kopfverdreher

Vier Erwachsene finden im Cascada ausreichend Platz. Das Opel-Cabrio spielt da durchaus in der Liga von Audi und BMW mit. Und das zu einem deutlich günstigeren Preis. Bild: GM Company
Vermischtes DE/WELT
Deutschland und die Welt
12.09.2013
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Wer mit einem "echten" viersitzigen Cabriolet der Mittelklasse liebäugelt, der sollte mehr als nur einen Blick auf Opel werfen. Die Rüsselsheimer schicken sich an, der etwas in die Jahre gekommenen Konkurrenz aus Ingolstadt und München vorauszufahren. Der Cascada ist eine bildschöne Erscheinung, das, was man neudeutsch "Eyecatcher" nennt, ein Blickfänger also, der nicht nur Frauen den Kopf verdreht.

Nach "Ädäm" und Mokka nun also der dritte große Wurf. Und der Beweis, dass auch Opel die Baukasten-Spiele beherrscht. Eigentlich basiert der Cascada ja auf dem Astra, dazu leiht er sich vom Insignia die Vorderachse. Darüber gestülpt haben die Designer ein schickes Kleid, das auch mit Stoffmütze sportlich-elegant wirkt. Form folgt nicht immer der Funktion.

Der gesenkten Dachlinie geschuldet ist ein schmales Rückfenster, was Einparkhilfe und Rückfahrkamera zu unentbehrlichen Begleitern macht. Wer aber Platz genommen hat, erfährt nach 17 Sekunden die eigentliche Offenbarung. Dann haben die Stellmotoren das Verdeck gefaltet und hinter den Rücksitzen abgelegt. Das funktioniert auch umgekehrt, im Fahren bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h oder mit dem Zündschlüssel von außen beim Espresso im Straßencafé. Weil das Dach im Kofferraum verschwindet, kann der nicht gerade mit Größe punkten. Für die feine Landparty nimmt man aber eh nicht den Reisekoffer mit. Dennoch verlangt auch Handgepäck etwas Aufmerksamkeit, soll es ohne Blessuren über die schmale Ladeluke verstaut werden. Dafür lässt sich mit einem Handgriff die geteilte Rücksitzlehne umlegen, was der Variabilität zuträglich ist.
Vier Erwachsene sitzen ausgesprochen kommod auf dem straffen Gestühl. Selbst bei geschlossenem Dach ist der Zustieg vorne bequem, Hinterbänkler müssen die üblichen Verrenkungen beherrschen. Das Akustikverdeck soll Lärm außen vor halten. Wer neben einem Lastwagen im Tunnel gefahren ist, weiß, das die Betonung auf "soll" liegt. Aber ein Cabrio will schließlich offen gefahren werden. Und da entpuppt sich der Cascada als sturmfreier Raum. Die flache Frontscheibe schützt die Passagiere vor Luftwirbel jeglicher Art - auch ohne Windschott und mit runtergefahrenen Seitenfenstern.

Das Cockpit wirkt auf dem ersten Blick etwas überladen. Schnell aber hat sich der Fahrer eingewöhnt. Die Anzeigen sind klar und übersichtlich. Das Fahrwerk gehört in die straffe Abteilung, ist aber dennoch recht komfortabel. Unser Testwagen war mit dem 1,4 l- Eco-Flex motorisiert. Trotz der 140 PS ein eher braves Triebwerk, das mit den 1,7 Tonnen Leergewicht gerade noch zurecht kommt. Zumindest, solange gemächliches Cruisen angesagt ist. Trotzdem will der Opel fleißig geschaltet werden, was aber mit dem exakten Sechsganggetriebe eine leichte Übung ist. Das Start-Stopp-System arbeitet zuverlässig, bringt aber keinen signifikanten Verbrauchsvorteil. Trotz verhaltener Fahrweise notierten wir über zwei Liter mehr als die Werksangabe.

Dennoch: Der Preis ist heiß beim Cascada. Mit einem Vorteil von gut und gerne 10 000 Euro blitzt Opel die Konkurrenz .
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