Fahrbericht Skoda Fabia 1.2 TSI Style
Junger Wilder aus Böhmen

Der Skoda Fabia ist richtig gut geworden. Der böhmische Bestseller ist im Kleinwagen-Revier zu Hause, wo er auch bei den Konzernbrüdern Polo und Ibiza wildert. Bild: bz
Gefühl vor Vernunft: Ein Anspruch, den Skoda erst den neuen Modellen zugesteht. Bislang stellte die tschechische VW-Tochter eher die schiere Funktionalität in den Vordergrund. Damit allein gibt sich König Kunde aber nicht mehr zufrieden. Und die Konkurrenz schickt ja auch schicke Vertreter ins Kleinwagen-Revier.

Da darf sich der Fabia mit Ford Fiesta, Mazda 2 und Opel Corsa herumschlagen, hat aber auch die Konzern-Brüder Seat Ibiza und VW Polo im Nacken. Der böhmische Bestseller ist ein ausgesprochen gefälliger Vertreter einer Spezies, die längst über den Begriff "Kleinwagen" hinausgewachsen ist. In der dritten Generation zu einem wohlfeilen Auto gereift, haben die Skoda-Leute dem kleinen Tschechen athletische Tugenden mit auf den Weg gegeben.

Schicker und jugendlicher ist der Fabia geworden, dynamischer und attraktiver eh. Da übernimmt er die Rolle des jungen Wilden. Bei vier Metern Außenlänge geht es im Innenraum sehr geräumig zu. Auch hinten, wo sich selbst Erwachsene gut aufgehoben fühlen. Der Kofferraum ist ausreichend groß und über die weit öffnenden Heckklappe leicht zu beladen. Mit einem Handgriff lassen sich die asymmetrisch geteilten Rücksitzlehnen umklappen. Die Fahrt zum Handwerkermarkt ist dann kein Problem.

Der Innenraum ist klar gegliedert, der Fahrer findet einen aufgeräumten Arbeitsplatz. Alle Schalter, Hebel und Knöpfe wirken vertraut, weil aus dem Konzernregal. Erstmals gibt es das Multimediasystem MirrorLink, mit dem sich das Smartphone mit Navigations-App einbinden lässt. Eine kostengünstige Variante zu den sonst üblichen Festeinbauten. Allerdings auch noch mit ein paar Kinderkrankheiten behaftet.

Kräftig poliert der böhmische Bruder das "Simply-clever-Image" auf. 17 pfiffige Lösungen für die automobile Alltagsproblematik kennt Skoda. Und die reichen vom Brillenfach über den Tickethalter bis hin zum herausnehmbaren Abfallbehälter und einer Netztasche fürs Handy. Serienmäßig an Bord ist die Multikollisionsbremse, die das Fahrzeug bei einem Unfall automatisch abbremst und so die Gefahr eines weiteren Zusammenstoßes reduziert. Der in unserem Testwagen verbaute Turbo-Benziner nimmt willig Gas an und dreht geschmeidig durch, ohne dabei auch nur ansatzweise laut zu werden. Das Direktschaltgetriebe zeigt sich als eine sehr gute Kombination. Die Automatik wählt immer die richtige der sieben Stufen. Das Fahrwerk besteht den Spagat zwischen Sport und Komfort, wenngleich Querfugen doch deutlich zu den Insassen vordringen.

Der Fabia mag den schnellen Wechsel auf der Landstraße, weiß aber auch auf der Autobahn mit stabilem Geradeauslauf zu gefallen. Im Verbrauch hinkt der Kleine allerdings Meilen den Werksangaben hinterher. Ein Umstand, den wir von vielen anderen Marken auch schon kennen.

Alles in allem hat Skoda einen sehr selbstbewussten Fabia auf die Räder gestellt. Das sieht man auch am Preis. Wenngleich die von uns gefahrene Style-Version eigentlich kaum noch Wünsche offen lässt.
Weitere Beiträge zu den Themen: Auto und Verkehr (447)Skoda Fabia (2)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.