Fahrbericht VW Polo Highline 1,4 TDI Blue Motion
Neue Runde im Polo-Spiel

Auch der Polo folgt dem Trend zum kleinen, aber feinen Fahrzeug. Jede Menge Assistenten machen das Fahren sicherer. Und die Liste edler Ausstattungsmöglichkeiten ist lang. Dass für Kopf- und Seiten-airbags aber Aufpreis zu zahlen ist, erstaunt doch etwas. Bild: bz
Ist der Polo der bessere Golf? Die Frage wird immer dann heiß diskutiert, wenn der kleine Wolfsburger seinem Bruder wieder einmal ein gehöriges Stück näher gerückt ist. So wie jetzt die neunte Auflage des Bestsellers. Den darf eigentlich niemand in die Kleinwagen-Schublade stecken.

Er passt auch gar nicht mehr hinein. Zwar in den Abmessungen unverändert, tritt er jetzt sportlicher und stämmiger auf. Erwachsen ist er sowieso schon längst, nun vielleicht noch etwas gereifter. Die Front mit den markanten Scheinwerfern fällt ins Auge. Die Proportionen sind stimmig, das Spiel der Flächen und Kanten zeigt Charakter, ist ein bisschen akzentuierter.

Mehr als das Blechkleid aber haben die VW-Leute die Technik umgekrempelt. Und viele Helferlein, die zuvor nur mindestens einer Klasse höher vorbehalten waren, dürfen jetzt auch im Polo ihre Arbeit verrichten. Die Rückfahrkamera "Rear View" zum Beispiel, die für mehr Übersicht sorgt. Oder die automatische Distanzregelung ACC, die nicht nur das Umfeld beobachtet, sondern auch im Stadtverkehr selbstständig abbremst, wenn sie einen Notfall zu erkennen glaubt. Radio und Navigation lassen sich ein Stück intuitiver bedienen, das Smartphone mit auf den Bordmonitor integrieren.

Das unten abgeflachte Dreispeichen-Lenkrad erinnert an den Golf und ist mit ebenso reichlich Bedientasten versehen. Da muss man anfangs ein bisschen schauen, ob man auch die richtige erwischt. Die Sitze sind bestens, die Platzverhältnisse auch. Wie immer würden wir den Mittelsitz hinten nicht unbedingt dem besten Freund zumuten. Hervorragend der Federungskomfort unseres mit einem "Sport Select"-Fahrwerk ausgestatteten Testwagens. Trotz elektronisch härter eingestellter Federn meldeten die Bandscheiben niemals Protest an. Ausgesprochen handlich lässt sich der Polo mit der elektromechanischen Lenkung vor allem in der Stadt dirigieren.

Nicht nur dort macht der Wolfsburger eine gute Figur. Auch über Land und auf der Autobahn geht es hurtig voran. Dass da "nur" ein Dreizylinder unter der Haube werkelt, ist eigentlich kaum zu spüren. Der Selbstzünder geht sehr selbstbewusst und ausgesprochen kultiviert seiner Arbeit nach, dreht munter hoch und aus, lässt in Sprint und Höchstgeschwindigkeit keine Wünsche offen. Auch wenn wir die gewohnten 1,5 Liter über der Werksansage lagen: Ein Schnitt unter 5 Liter ist mehr als hervorragend. Dazu ist der Wolfsburger ein echter Saubermann.

Ist er also der bessere Golf? Noch nicht. Aber er ist fast schon ein Golf.
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