Fallen bei Konfirmation und Kommunion umgehen - Nicht nur ans Geld denken
Bloß kein Familienzoff

Die Frisur, die Kleidung oder die Gäste. Auch bei Kommunion oder Konfirmation sind die Anlässe für Streitereien nicht gerade wenige. Das bestätigt auch Pfarrerin Uschi Aschoff. Nichts sei schlimmer, als wenn Eltern sich mit ihren Kindern vor dem Fest über Nebensächlichkeiten streiten.

Also gilt als oberste Maxime: Familienstreit vermeiden. Schwelende Konflikte zwischen Verwandten können die Stimmung bei der Feier schnell verderben, sagt Albert Biesinger. Er ist Professor am Lehrstuhl für katholische Religionspädagogik und Erwachsenenbildung an der Universität Tübingen. "Die Erwachsenen sollten sich an diesem Tag zurücknehmen, damit nicht der Familienalltag das Fest kaputt macht", rät er. Mit klaren Absprachen und ein wenig gutem Willen könne das gelingen.

Fest gut vorbereiten

Bei einer gelungen Feier muss nicht nur die Organisation stimmen. Wichtig ist auch, sich Gedanken um den Anlass zu machen. Biesinger ermutigt Eltern und Kinder, zu Hause über Glaubens- und Lebensfragen zu sprechen. Das klappt beispielsweise mit Büchern zum Thema gut. "Wenn sich Eltern und Pfarrei keine Zeit mehr nehmen für eine gezielte Hinführung auf die Kommunion, ist das eine Katastrophe", ist Biesinger überzeugt, "und die Kinder merken das auch."

Pfarrerin Aschoff beobachtet manchmal aber auch einen übertriebenen Eifer bei der Vorbereitung. Da wird das Fest beispielsweise mit allen möglichen Vorstellungen der Eltern überfrachtet.

Vorsicht bei Geld

Oft lenken die Vorbereitung und die Hoffnung auf großzügige Geldgeschenke von der eigentlichen Sache ab. "Es sollte nicht passieren, dass die Jugendlichen nur wegen des Geldes konfirmiert werden möchten", sagt Aschoff. Deshalb versuche sie Jugendliche darin zu bestärken, ihren Glauben für sich entdecken und darüber sprechen zu können. So manches Mal komme es dann sogar vor, dass die Jugendlichen ihren Glauben gegen ihre Eltern durchsetzen.

Nicht nur die Kleiderfrage oder die Planung im Vorfeld kann für Stress sorgen, sondern auch die Gästeliste oder das geeignete Restaurant. Am einfachsten ist es, wenn sich Eltern und Kinder an einen Tisch setzen und überlegen, wen sie einladen wollen. (tmn)
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