Finanzierbarkeit des Gesundheitswesens an Grenzen

Zur fachärztlichen Versorgung:

Wirklich dringende Termine, d. h. im Falle ernster Erkrankungen, werden immer möglich gemacht, dafür sorgen die Hausärzte durch ihr Engagement und durch eingespielte Mechanismen der Rücksprache mit den Facharztkollegen.

Auch zu diesem Zwecke wurde schon vor vielen Jahren der Ärzteverbund Oberpfalz Nord gegründet, ein Ärztenetz also, wie es die Politik erst jetzt in ihrer Notwendigkeit zu erkennen beginnt. Ein Gesundheitssystem der sofortigen und allumfassenden Verfügbarkeit gibt es nirgends, weil es in der vorzuhaltenden Redundanz einfach nicht zu finanzieren ist. Die Finanzierbarkeit des deutschen Gesundheitswesens ist schon seit geraumer Zeit an ihre Grenzen gestoßen. Will man System-Wissenschaftlern Glauben schenken, so bedarf ein ausdifferenziertes System - und ein solches stellt das deutsche Gesundheitswesen dar - einer klaren Strukturierung, um möglichst optimal zu funktionieren. Eine solche weist das deutsche Gesundheitswesen nicht auf. Für ein solches System von Primärärzten sind entsprechende Ausbildungswege und Funktionszuschreibungen vorzugeben. Dazu aber scheinen weder Krankenkassen noch Politiker noch Patientenvertreter willens oder fähig zu sein. Ein Gesundheitssystem, das sich steigenden Anforderungen, wachsenden medizinischen Möglichkeiten und den sich daraus ergebenden Ansprüchen in einem Umfeld begrenzter finanzieller Rahmenbedingungen stellen muss, wird zwangsläufig Optimierungsprozessen unterzogen. Das bedeutet für die Humanmedizin, wie häufig beklagt, einen zumindest teilweisen Verlust des "Humanen".

Dr. med. Friedrich Brensing 92696 Floß
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