Fischadler fühlt sich am Rußweiher wohl - Fernsehteam filmt Beringungsaktion
Schutzbemühungen erfolgreich

Eschenbach. (rn) Die Adler sind zurückgekehrt. Ihr Lebensumfeld ist das Naturschutzgebiet "Großer Rußweiher", besser bekannt unter der Bezeichnung Obersee. Den großen Sprung in die Oberpfalz schaffte das erste Fischadlerpaar im Jahr 1992. Der Standort des Horstes auf einer frei stehenden Kiefer war lange ein bestens gehütetes Geheimnis.

Optimal geschützt, konnten die Adler dort Jahr für Jahr ihre Jungen großziehen. Im vergangenen Monat erhielten die beiden Jungvögel diesen Jahres ihre "Geburtsurkunde". Als "Standesbeamter" wirkte erneut Dr. Daniel Schmidt-Rothmund, Diplombiologe und Leiter des NABU-Vogelschutzzentrums Mössingen. Als Zeugen waren dabei Martin Gottsche vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und ein Kamerateam des Bayerischen Rundfunks.

Vor der Beringung zeigte sich Dr. Schmidt-Rothmund als routinierter Kletterer. Mit speziellen Schuhkrallen und Sicherungsseilen erklomm er den Horstbaum und seilte die Vögel in einem Spezialsack zu seiner Mitarbeiterin am Boden ab.

Beim ersten Betrachten der beiden Jungadler fiel die freudige Bemerkung: "Zwei stramme junge Adler." Der Biologe beurteilte sie als "bereits stark entwickelt". Er fühlte sich wohl in seinem Element, im "Vogelstandesamt", und fragte: "Willst du diesen Ring?" Er gab auch gleich die Antwort dazu: "Ja!" Schicksalsergeben nahmen die künftigen Könige der Lüfte je zwei "Schmuckringe" entgegen. Einen von der Vogelwarte Radolfzell und einen sogenannten Kennring mit großen Ziffern, den der Ornithologie mit einem Spektiv ablesen kann. Die Ziffernfolge ist dabei immer einmalig, ähnlich wie auf einem Personalausweis.

Als weiterer Erfassungsakt stand Wiegen und Messen an. Die Waage zeigte 1322 und 1310 Gramm. In der Wiederansiedlung der majestätischen Vögel im Naturschutzgebiet "Großer Rußweiher" sieht Gottsche ein erfolgreiches Projekt von Stadt Eschenbach, Bayerischer Forstverwaltung, Naturschutzbehörden und Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald.

"Alle Beteiligten hoffen, dass dieser ursprünglich weit verbreitete Vogel seine labile Population in Bayern stabilisiert, wieder heimisch wird und es auch bleibt", erklärte der Forstmann nach der Aufnahmepremiere des BR.
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