Fracking: Nur Beschwichtigung des Volkes

Zum Bericht "Kein Öl, kein Gas, kein Fracking" vom 5. März:

Der Artikel beschreibt, wie Ministerialrat Rainer Zimmer vom Bayerischen Wirtschaftsministerium den Weidener Oberbürgermeister und wahrscheinlich auch noch andere Kommunalpolitiker unserer Region davon überzeugte, dass es im Weidener Becken kein Fracking geben wird. Da ich an der Veranstaltung nicht teilgenommen habe, stellen sich mir da doch noch einige Fragen:

Warum investiert eine private Firma nahezu eine Million Euro in die Untersuchung der Bodenbeschaffenheit in unserer Gegend, wenn von Anfang an schon feststeht, dass es hier aussichtslos ist, verwertbare Vorkommen zu finden? Warum wurde die Petition im Bayerischen Landtag abgelehnt, mit Hilfe einer Bundesratsinitiative den Bundestag zu veranlassen, das Bergrecht dahingehend zu ändern, dass Fracking in Deutschland verboten werden darf?

Warum wirbt die Große Koalition (Merkel und Gabriel) derzeit derart für das transatlantische Handelsabkommen TTIP, das nach dessen Ratifizierung eben Unternehmen erlaubt wird, Staaten zu verklagen, die ihnen mögliche Gewinnaussichten verweigern wollen?

Ist es nicht so, dass nach der Einführung von TTIP Bayern gar keine Möglichkeit mehr hat, Fracking zu verbieten - falls es lukrativ betrieben werden kann? Ich glaube, es ist nur eine Frage der Höhe des Öl- bzw. Gaspreises, wann es wirtschaftlich werden wird, Vorkommen zu erschließen, die derzeit als ausgeschlossen gelten. Wer hätte vor 30 Jahren noch gedacht, dass jemals aus Sand Öl gefördert werden würde, oder dass Amerika so groß in die Fracking-Technologie einsteigen wird, wie das heute der Fall ist.

Wenn man Fracking in unserer Gegend wirklich verhindern hätte wollen, hätte man die Erkundungs-Lizenz erst gar nicht erteilen dürfen und zudem könnte man jederzeit zumindest einen Versuch von Bayern aus starten, das Bergrecht zu ändern. Alles andere ist Augenwischerei und trägt zur Beschwichtigung und Ruhigstellung des Volkes bei.

Georg König, 92637 Weiden
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