Freundlich sein hilft schon

Flüchtlinge suchen bei uns in Deutschland Schutz. Doch es gibt Menschen, die sie hier nicht haben wollen. Ein Politiker erzählt, warum es wichtig ist, anderen zu helfen.

Seit einigen Tagen ist dieser kleine Ort überall in den Nachrichten. Er heißt Tröglitz und liegt im Bundesland Sachsen-Anhalt. Am Wochenende brannte dort ein Haus. Darin sollten Flüchtlinge ein neues Zuhause finden. Das sind Menschen, die aus ihren Ländern geflohen sind. Zum Beispiel, weil dort Krieg herrscht.

Doch manche Menschen wollen nicht, dass Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Viele vermuten, dass solche Menschen das Haus angezündet haben. Doch die Leute in Tröglitz wollen sich davon keine Angst machen lassen. Einer von ihnen ist Markus Nierth. Bis vor Kurzem war er der Bürgermeister des Ortes. Er wird bedroht, weil er Flüchtlingen helfen will. Wir haben mit Herrn Nierth gesprochen.

Warum ist es wichtig, Flüchtlinge aufzunehmen?

Markus Nierth: "Weil Flüchtlinge in Not sind und bedroht werden. Und weil sie sich zu uns gerettet haben, oft nach einem langen gefährlichen Weg."

Warum ist die Hilfe nach dem Brand besonders wichtig?

Markus Nierth: "Weil sonst die, die gegen Flüchtlinge sind, sich im Recht fühlen würden. Dann würden sie vielleicht an anderen Orten weitermachen. Unser Land könnte dann an Herzlichkeit verlieren. Und die Menschen wären vielleicht weniger füreinander da."

Sie helfen schon länger Flüchtlingen, was machen Sie da genau?

Markus Nierth: "Ich bereite mit meiner Familie und Freunden die Ankunft der Flüchtlinge vor. Und ich versuche, mit denen zu reden, die davor Angst haben."

Was können jetzt die anderen Menschen machen, um zu helfen?

Markus Nierth: "Sie können miteinander reden und sich gegenseitig Mut machen. Und sie können zusammenhalten und auch anderen zeigen, dass sie mutig sind."

Warum werden Sie momentan beschützt?

Markus Nierth: "Die Menschen, die fremde Menschen hassen, haben mir böse Nachrichten geschickt. Sie drohen uns, damit wir nicht weiter den Flüchtlingen helfen. Wir haben jeden Tag Polizisten vor unserem Haus stehen, die wirklich gut auf uns aufpassen. Sie achten auch darauf, wer bei uns klingelt."

Was kann man tun, um Flüchtlinge bei sich im Ort willkommen zu heißen?

Markus Nierth: "Das ist ganz einfach: Einander freundlich und lächelnd begegnen kann doch jeder. Kinder können miteinander spielen oder zusammen zur Schule oder zum Sportverein gehen.

Vielleicht kann man einander auch mal einladen und zusammen essen. Dann lernen die Flüchtlinge unser Essen kennen - und wir das Essen von den Neuen." (dpa)
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