Für acht Jahre nach Serbien
Tugce-Schläger Sanel M. abgeschoben

Wiesbaden. Der wegen des gewaltsamen Todes der Studentin Tugce Albayrak verurteilte Täter ist abgeschoben worden. Der 20 Jahre alte Sanel M. wurde am Donnerstagmittag vom Frankfurter Flughafen aus "nach Serbien zurückgeführt", wie das Amt für Zuwanderung und Integration in Wiesbaden mitteilte.

Das Landgericht Darmstadt hatte ihn im Juni 2015 wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu drei Jahren Jugendstrafe verurteilt. M. saß in Wiesbaden in Jugendhaft. Er hatte die 22 Jahre alte Studentin im November 2014 auf dem Parkplatz eines Fast-Food-Restaurants in Offenbach so geschlagen, dass sie auf den Kopf fiel. Sie starb wenige Tage später. Dem Schlag im Morgengrauen waren Pöbeleien und Beleidigungen zweier Gruppen vorausgegangen, zu einer gehörte Sanel M., zur anderen Tugce.

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hatte Mitte März in letzter Instanz entschieden, dass der 20-Jährige für acht Jahre nach Serbien ausgewiesen wird. In dem Land leben nach Auskunft seiner Anwälte seine Großeltern. Der 20-Jährige ist in Offenbach geboren und zur Schule gegangen. Seine Eltern und seine beiden Brüder leben den Anwälten zufolge im Rhein-Main-Gebiet.

Die Gefahr, dass Sanel M. weitere Straftaten begehe und seine Resozialisierung scheitere, sei angesichts seiner mangelnden Integration nicht hinnehmbar, argumentierten die Richter des VGH. Sie bestätigten die Entscheidung der Ausländerbehörde und der ersten Gerichtsinstanz.
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