Für dumm verkauft
Leserbriefe

Zur "Jetzt red' i"-Berichterstattung merkt ein Leser an:

Das Format der Sendung "Jetzt red' i" gaukelt dem Zuschauer vor, dass der direkte Kontakt zwischen Bürgerinnen und Bürgern mit aktiven Politikern dazu führen könnte, diese mit den wirklichen Anliegen der Menschen vor Ort zu konfrontieren. Doch am Beispiel von Landwirtschafts- und Forstminister Brunner zeigt sich wieder einmal ganz deutlich, dass diese Sendung für die Politiker nur eine willkommene Plattform ist, um ihre Standpunkte unters Volk zu bringen. Und wer zu einem heiklen Thema wie "Fracking" nichts zu sagen hat, erscheint nicht, und damit wird das Thema abgesetzt.

Während die Bayerische Staatsregierung öffentlich immer wieder den immensen Flächenverbrauch beklagt, werden Flächenfresser wie Weiden-West IV von den eigenen Regierungsmitgliedern gut geheißen und durchgewunken und stattdessen die Ausgleichs- und Kompensationsflächen für Eingriffe als Ursache des Übels gebrandmarkt. Die im Umfeld von Weiden voll erschlossenen Gewerbegebiete (fast 250 ha), die ungenutzt und leer herumstehen, werden mit keiner Silbe erwähnt.

Gibt es eigentlich eine Grenze, ab der sich die Bürgerinnen und Bürger von ihren Politikern nicht länger für dumm verkaufen lassen, oder ist sie gar schon überschritten?

Jürgen Holl,Altenstadt

Endlich handeln

Zum Artikel "Tipps für Hausbesitzer" vom 30. Mai/1. Juni:

Zweifelsfrei sind die Besitzer und Mieter der Einzelhandelsimmobilien als erstes gefordert, um für die Attraktivität ihrer Geschäfte zu sorgen.

Eine gemeinsame Strategie aller wäre zudem eine runde Sache. Was mich aber überrascht: Die CSU entdeckt plötzlich die Liebe zur Max-Reger-Straße und wünscht sich angesichts des Centers eine Belebung. Die Stadtverwaltung findet das gut, und die SPD sieht ihren Part darin, "vernünftige Rahmenbedingungen" zu schaffen. Auf einmal, möchte man sagen.

Vernünftige Rahmenbedingungen hätte es schon gegeben. Die Ergebnisse des Runden Tisches wären solche gewesen. Nur haben der Stadtrat und die Verwaltung die ausgehandelten Vereinbarungen und Kompromisse des Runden Tisches vollends über Bord geworfen und damit die Situation der Einzelhändler deutlich verschärft.

Man begnügte sich zudem damit, den Investor frei gewähren zu lassen und sehnsüchtig auf die Stadtgalerie zu hoffen. Gedanken, wie das gesamte Innenstadtquartier zum Vorteil aller städtebaulich gestaltet und entwickelt werden soll, hat man sich nicht gemacht und somit seine Aufgabe sträflich vernachlässigt.

Ein Cima-Gutachten soll es jetzt richten. Man will damit sagen: "Liebe Einzelhändler, liebe Immobilienbesitzer, ihr müsst was tun, aber keine Sorge wir stehen euch bei, denn ihr seid uns wichtig." Gemessen am bisherigen Handeln, grenzt das schon an Heuchelei.

Ich hoffe auf einen Erfolg der Stadtgalerie. Insbesondere aber auf eine Stärkung des Einzelhandels. Die Betroffenen müssen das Heft des Handelns jetzt selbst in die Hand nehmen, wenn sie weiter bestehen wollen. Alleine auf die Liebesschwüre der Politik zu vertrauen, wäre naiv.

Norbert ZieglerWeiden

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