Garage: "Ich bin Urheber der Idee"

Zur Idee, die beiden geplanten Tiefgaragen in der Bahnhofstraße mit einer gemeinsamen Ein- und Ausfahrt zu verbinden:

Halb so "bunt" und weder "frei" noch "demokratisch", kurz gesagt falsch, sind die bisherigen, in der AZ wiedergegebenen Behauptungen um die Urheberschaft der Tiefgarageneinfahrt in der Bahnhofstraße. Doch alle sollten begrüßen, dass die CSU-Stadtratsfraktion in ihrer Klausurtagung sich dieses Themas überhaupt doch noch einmal annimmt.

Ganz besonders freue ich mich darüber, der ich als ehemaliger freischaffender Tiefbauplaner der eigentliche Urheber der wesentlichen Grundidee einer Garagenzufahrt ab Beginn der Fußgängerzone in der Bahnhofstraße bin (siehe AZ-Leserbrief vom 11. November 2014). Damit konnte ich der Stadt nachweisen, dass es entgegen der Meinung des Verkehrsplaners, eine Lösung gibt, "aus verkehrlicher Sicht eine öffentliche Tiefgarage auf dem Bürgerspitalgelände" zu ermöglichen, ohne dass aus städtebaulicher Sicht eine Anbindung der Tiefgarage zulasten der Fußgängerzone eine schwerwiegende planerische Fehlleistung wäre.

Allerdings ist die einspurige Zufahrt zur Tiefgarage mit der nicht überdeckten Rampe in der AZ-Skizze nicht maßstabsgetreu und die Garagenfläche von der AZ (nicht von mir) als Beispiel eingetragen. Von einer Zufahrt zu einer Tiefgarage des Forum-Komplexes von derselben Rampe aus wurde in meiner Skizze abgesehen, da mir die Zwangshöhen von Wasser- und Kanalleitungen nicht bekannt sind, ihre Überprüfung und die Möglichkeit einer Kreuzung mit der Tunnelzufahrt mir einen zusätzlichen Zeitaufwand abverlangen würde, und ich auf die Schnelle keine sinnvolle Garagenausfahrt nach Süden ohne weitere Gebäudeabbrüche sehe.

Die wirtschaftliche Erstellung einer Tiefgarage im Forum-Komplex bei Beibehaltung der Fassaden und des Stadtbildes ist ein weiteres, noch ungeklärtes Unterfangen. Bei einseitiger unterirdischer Garagenzufahrt nur zum Bürgerspital-Areal sehe ich keine Probleme mit den Ver- und Entsorgungsleitungen. Investoren für das Großprojekt ohne öffentliche Garagenplätze werden sich nur schwer finden lassen. Ein deutliches Beispiel der Wichtigkeit von öffentlichen Garagenplätzen für die Belebung menschlicher Begegnungen zeigt das neue Superprojekt an der nördlichen Altstadtgrenze Neumarkts, das sich zu einer autonomen Kleinstadt entwickelt.

Unterschätzen wir nicht die Gefahr des Sterbens der wunderschönen Altstadt von Amberg, wenn wir die uns noch zur Verfügung stehenden Möglichkeiten einer Belebung nicht sinnvoll nutzen. So viel bereits vorab: Eine Hochgarage im Bereich des Multifunktionsplatzes zählt nicht dazu. Eine solche in einem Bereich, wo schon zu viel zerstört wurde, halte ich städtebaulich für unverantwortlich.

Dipl.-Ing. Franz WiederAschach
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