"Gauditruppe": Schluss mit lustig
Briefe an die Redaktion

Zum Bericht "Platz da: Vereine teilen Hallen" (31. Juli), in dem es um die Sperrung der Berufsschul-Turnhalle geht:

Mit Interesse habe ich Ihren Artikel gelesen, insbesonders da ich in Erfahrung bringen wollte, ob die Fitnesskurse, für die ich mich für den Herbst angemeldet hatte, stattfinden können. Darüber habe ich leider nichts gelesen. Stattdessen musste ich lesen, dass ein Volleyballtrainer die Haltung vertritt, dass an Gesundheitssport Interessierte "Gauditruppen seien, die auf das Training verzichten müssten".

Für mich heißt das, dass dieser Volleyballtrainer den Menschen, die sportliche Aktivtäten jenseits des Leistungssport betreiben, jegliche Ernsthaftigkeit abspricht. Das zeugt von einer ignoranten und chauvinistischen Einstellung. Bewegung, zum Beispiel Angebote im Bereich des Gesundheitssport, ist eine Maßnahme der Krankheitsprävention. Zielsetzung ist die Vermeidung bzw. das Hinauszögern von Krankheiten und somit die Verringerung der sozialen und ökonomischen Kosten von Krankheiten. In allen Medien (auch im "Neuen Tag") wird propagiert, dass die Bevölkerung sich mehr bewegen müsse. Die Teilnahme am Gesundheitssport geht damit über die Ausführung eines Hobbys hinaus.

Gesundheitsförderung ist auch Bestandteil der kommunalen Daseinsfürsoge. Da - jedenfalls meiner Erfahrung nach - solche Angebote überwiegend von Frauen wahrgenommen werden, ist die Bezeichnung "Gauditruppe" noch dazu besonders herabwürdigend gegenüber Frauen. Von einem Volleyballtrainer kann man wahrscheinlich nicht mehr verlangen, was ich aber kritisch sehe, ist, dass Sie in Ihrem Artikel diese Diktion übernommen haben.

Brigitte FrankWeiden

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