Gefährlicher Stoff baut sich ab

Zur Untersuchung der Helfer nach dem Absturz der F-16:

Aus fachlicher Sicht ist die Aufforderung, sich jetzt bei einem Betriebsmediziner untersuchen zu lassen, nicht nachvollziehbar. Betrachtet man den Metabolismus von Hydrazin, so wird der Stoff innerhalb weniger Tage im Körper abgebaut und ausgeschieden. Eineinhalb Monate nach dem Einsatz ist der Stoff nicht mehr im Körper nachweisbar.

Die Hauptgefahr von Hydrazin ist die Ätz- und Gift-Wirkung. Liegt der Stoff in gefährlicher Menge vor, merken die betroffenen Personen das sofort. Wer im und direkt nach dem Einsatz keine gesundheitlichen Beschwerden hatte, wird jetzt wegen dieses Einsatzes sicher keine gesundheitlichen Schwierigkeiten mehr bekommen. Die arbeitsmedizinische Untersuchung macht nur Sinn, wenn Personen über einen längeren Zeitraum wiederholt, also wesentlich öfter als einmal, geringen Konzentrationen (also Stoffmengen, die nicht sofort Beschwerden auslösen) ausgesetzt sind. Im Hinblick auf Kerosin ist die Untersuchung nach diesem einmaligen Ereignis ebenfalls nicht sinnvoll. Hauptgefahr ist hier Benzol. Regelmäßiges Tanken führt zu einer weitaus höheren Benzol-Belastung als der Einsatz, und trotzdem ist die Benzol-Untersuchung für alle, die regelmäßig tanken, nicht erforderlich.

Markus Held, 91275 AuerbachSicherheitsingenieur,ABC-Fachberater im Brand- undKatastrophenschutz
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