Geheime Pläne
Vatikan wollte Papst vor den Nazis verstecken

Papst Pius XII. Bild: dpa

Vatikanstadt. Der Vatikan bereitete sich im Zweiten Weltkrieg offenbar konkreter als bislang bekannt auf eine Entführung von Papst Pius XII. (1939-1958) durch das nationalsozialistische Regime vor. Wie die vatikanische Tageszeitung "Osservatore Romano" berichtete, gab es einen Notfallplan, wonach Pius XII. bis zu einem Eingreifen der Alliierten vorübergehend in den Vatikanischen Museen versteckt werden sollte.

Die Alliierten hatten dem Vatikan demnach eine Befreiung von Pius XII. durch Fallschirmjäger in Aussicht gestellt, falls die Deutschen ihn in ihre Gewalt bringen sollten. Das geht aus einem bislang unveröffentlichten Memorandum von Antonio Nogara hervor, dem Sohn des damaligen Direktors der Vatikanischen Museen, Bartolomeo Nogara. Als Versteck war demnach der "Turm der Winde" vorgesehen.

Laut dem Memorandum beauftragte der damalige vatikanische Innenminister Giovanni Battista Montini, der spätere Papst Paul VI., Nogara zwischen Ende Januar und Anfang Februar 1944 in einer Nacht- und Nebelaktion damit, ein Versteck für Pius XII. zu finden. Sein Vater habe damals berichtet, Montini sei zuvor unter anderem vom britischen Botschafter vor einer Entführung des Papstes gewarnt worden.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.