Geladene Pistole griffbereit
Vierjähriger schießt auf Mutter

Wieder hat ein Kind in den USA eine geladene Pistole in die Hände bekommen, wieder mit blutigem Ausgang. Die Mutter eines Vierjährigen ist schwer verletzt. Dabei halten Wissenschaftler nur wenige Regelungen für nötig, um das Problem in den Griff zu bekommen.

Miami. In den USA ist es erneut zu einem blutigen Unfall mit einer Schusswaffe in den Händen eines Kleinkindes gekommen. Der vierjährige Sohn einer überzeugten Schusswaffen-Besitzerin hat im Bundesstaat Florida im Auto auf seine Mutter geschossen. Die 31-Jährige befinde sich im Krankenhaus und habe noch nicht vernommen werden können, berichtete der Sender CNN am Donnerstag unter Berufung auf die Polizei.

Drei Gesetze reichen


Ein Hilfssheriff in Putnam County war am Dienstag auf den halb auf der Fahrbahn stehenden Wagen aufmerksam geworden und hatte die schwer verletzte Frau gefunden. Außer ihr befand sich nur ihr kleiner Sohn im Auto. US-Präsident Barack Obama versucht seit Jahren, schärfere Regeln für Schusswaffenbesitz in den USA durchzusetzen, scheitert aber immer wieder am Kongress, der von den konservativen Republikanern domniniert wird.

Eine Studie der Universität Boston hat kürzlich ergeben, dass die landesweite Einführung von drei Gesetzen, die in einigen Bundesstaaten bereits existieren, die Zahl der Todesfälle durch Schusswaffen um 80 Prozent reduzieren würde. Allein im Jahr 2013 seien 500 Menschen durch Unfälle mit Schusswaffen ums Leben gekommen, 30 davon waren noch keine fünf Jahre alt.

"Sie saß auf dem Fahrersitz und er auf der Rückbank hinter ihr. Er hat geradewegs durch sie hindurch geschossen. Die Kugel ging nahe ihrer Lendenwirbelsäule hinein und kam in der Bauchgegend wieder heraus", schilderte Hilfssheriff Joseph Wells den aktuellen Fall beim Sender CNN. Bei der Waffe soll es sich um eine Pistole vom Kaliber 45 gehandelt haben.

Frau warb für Waffenbesitz


Den Behörden zufolge war die Frau die rechtmäßige Besitzerin der Pistole. Bei Facebook hatte sie laut dem Bericht zudem regelmäßig ihre Unterstützung für Waffenbesitz kundgetan und mit der Schussfertigkeit ihres Sohnes geprahlt. Die entsprechenden Seiten seien aber am Mittwoch entfernt worden. In Florida ist es verboten, eine geladene Waffe für Kinder zugänglich aufzubewahren.
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