Gemeinderat "weichgespült"
Leserbriefe

Zur Berichterstattung über die Gemeinderatssitzung in Sachen Bauantrag der Kristall Bäder AG in Fichtelberg sowie zu den noch ausstehenden Zahlungen von Heinz Steinhart (NT vom 15. Oktober) erreichte uns folgender Leserbrief.

Nun will er (vielleicht) doch wieder bauen, der Heilsbringer der örtlichen CSU-Gemeinderatsfraktion. Der Bürgermeister und die Granden der CSU hatten sich ja nach den Neuwahlen frühzeitig mit der Fahrt nach Bad Rodach und einem Blumenstrauß an ihn gebunden.

Nachdem so die Büchse der Pandora geöffnet wurde, blieb dem Oberlandesgericht (OLG) Bamberg wohl keine andere Möglichkeit, als die gemeindliche Trennung vom Betreiber der abgebrannten Therme wieder rückgängig zu machen. Man darf jedoch trefflich spekulieren, wie die Richter am OLG Bamberg entschieden hätten, wäre die Annäherung nicht so vorschnell vollzogen worden.

Kamen im alten Gemeinderat bei fast jeder Sitzung Nachfragen vonseiten der CSU-Fraktion über die noch ausstehenden Zahlungen des ehemaligen Thermenbetreibers, so ist inzwischen zu diesem Thema das große Schweigen ausgebrochen. Manchmal könnte man der Meinung sein, hier werde ein Kuhhandel über die noch ausstehenden Zahlungen vorbereitet. Wie sonst soll man die Reaktionen des Bürgermeisters verstehen, er könne auf Nachfrage keinen Betrag nennen oder er habe die Zahlen nicht zur Hand. Es ist ja nicht so, dass das letztendliche Urteil vom OLG Bamberg zur Erstattung der Rückstände erst vergangenen Monat gesprochen wurde.

Letztendlich muss man doch noch einmal festhalten, wer an dieser ganzen Misere Schuld hat: Herr Steinhart betonte, er werde das Bad plattmachen. Er sorgte mit seinen immer wiederkehrenden Wechsel der Rechtsanwälte dafür, dass eine zügige Bearbeitung aufseiten der Gerichte nicht möglich war.

Er, und nur er verhöhnte immer wieder mit seinen Aussagen die brav steuerzahlende Bevölkerung von Fichtelberg. Und letztendlich ist er auch als Vertreter der Kristall Bäder AG für einen vollständigen und ordnungsgemäßen Bauantrag verantwortlich. Dass nun schon wieder Unterlagen fehlen, würde jeden gewissenhaft arbeitenden Architekten die Schamesröte ins Gesicht zaubern. Daher ist es mir mehr als unverständlich, wie seine Groupies bei seinem Erscheinen in Beifallsstürme ausbrechen können.

Ein weiteres Problem ist meines Erachtens dass im Rathaus keine Person mehr anwesend ist, die mit Herrn Steinhart auf Augenhöhe verhandeln kann. Hier wünsche ich dem leider zum großen Teil weichgespülten Gemeinderat, er möge diesem Thema seine ganze Aufmerksamkeit verwenden. Sollte Herr Steinhart wirklich noch seine Ausstände begleichen und er dann Eigentümer des Grundstücks wird, wird Hoffnung nicht mehr reichen. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!

Da dies alles im Gemeinderat wohl eher kritiklos von allen vier Fraktionen abgesegnet wird, wünscht man sich doch fast einen Jürgen Köferl 2.0, allerdings mit einer sachlicheren, weniger emotionsgeladenen Diskussionskultur. Es ist bedauerlich und dem demokratisch gewählten Gemeinderat abträglich, wenn man seine eigene Meinung nicht mehr vertreten darf oder will.

Gert Roderer95686 Fichtelberg

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