Gericht sieht Schuldunfähigkeit
Nach Beilattacke in Psychiatrie

Kiel. Nach einer Beilattacke auf eine Frau in einem Zug nach Kiel muss eine 34-Jährige in einer geschlossenen Psychiatrie bleiben. Das entschied das Kieler Landgericht am Donnerstag. Die Frau hatte am 29. Februar im Wahn plötzlich mit einem Beil auf eine Mitreisende eingeschlagen. Die Beschuldigte ist an paranoid halluzinatorischer Schizophrenie erkrankt. Die 34-Jährige war nach eigenen Worten auf dem Weg in die Schweiz - im Glauben, der dritte Weltkrieg breche aus. Im Zug habe sie sich zunächst mit der 58 Jahre alten Mitreisenden unterhalten. Dann habe sie aber plötzlich Panik bekommen und zugeschlagen. Im Wahn habe sie geglaubt, die Frau sei "ein Klon und beauftragt, mich zu töten". Die 58 Jahre alte Mitreisende konnte die Attacke abwehren und wurde nur leicht verletzt. Lebensrettend war nach Auffassung des Gerichts vermutlich, dass der Hund der Beschuldigten während des Angriffs ausbüxte und die 34-Jährige ihm nachlief. Das Beil hatte sie in ihrer Tasche, weil sie an Verfolgungsängsten litt. Die Richter folgten mit dem Urteil den Anträgen von Staatsanwalt und Verteidigung. Beide hatten sich auf Empfehlung des Gutachters für die Unterbringung ausgesprochen. Die Tat beging die Frau juristisch im Zustand der Schuldunfähigkeit.

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