Gestandene Überlebenskultur
Briefe an die Redaktion

Ziemlich verfallen ist das Kloster der Barmherzigen Schwestern in Cheb. Es soll nun abgerissen werden. Eine Delegation mit Botschafter Dr. Arndt Freiherr von Freytag von Loringhoven (hinten links) informierte sich über den Zustand des Gebäudes. Bild: Mesto Cheb
Zum Bericht und den Leserbriefen über die Fällung der Blaufichte in Pechbrunn:

"Zwei Damen der Gemeinde Pechbrunn wollen es wissen, stellen den Bürgermeister in Frage, üben Kritik an einer langjährigen Gemeinderätin, die nur ihre Pflicht ausgeübt und immer demokratische Grundregeln eingehalten und nun wegen eines kranken, hochgezüchteten Baumes ihr Mandat niedergelegt hat.

Schade! Ein Rücktritt wäre nicht erforderlich gewesen. Ein Bürgerentscheid mit vielen Geldmitteln, wo so überall Geld fehlt? Wegen eines Baumes? Eine Unterschriftenaktion von Kindern, die meinungsorientiert, unerfahren und überfordert sind? Kinder dieses Alters können doch gar nicht beurteilen, ob der Baum krank, von Ungeziefer befallen oder sonst belastet ist.

Eine Entscheidung durch den Gemeinderat mit 7:5 Stimmen sagt doch alles aus. Ein Baum kann ja, wie bereits beschlossen, wieder ersetzt werden. Es gibt Bäume in Pechbrunn, die seit 200 und mehr Jahren in verschiedenen Anwesen stehen. Alle Achtung, da könnte man den Kindern von gestandener Überlebenskultur erzählen. Aber ein Baum, der die Erfordernisse nicht mehr erfüllt, ist einfach überfällig.

Ein neuer Baum, ein neues Antlitz vor der Schule der Gemeinde, und alles erscheint im neuem Licht!

Eugen WameserMitterteich

Dem Kloster eine Chance geben

Zum Bericht "Rettung nicht mehr möglich" vom 28. August:

"Mit großer Trauer und Bestürzung haben wir den Artikel über das Kloster der Barmherzigen Schwestern in Cheb gelesen. Wir halten das Gebäude aus den 30er Jahren für ein kulturelles Objekt, das unbedingt schützenswert ist. Der Baustil jener Zeit ist uns ja leider meistens in seiner Gigantomanie bekannt. Das Kloster jedoch besticht durch seine Harmonie und Leichtigkeit.

Sicherlich, der Zustand ist bedauernswert, aber zwei Architekten, die sich auf die Sanierung solcher Gebäude spezialisiert haben, sagen, dass eine Rettung durchaus möglich sei. Es gibt ja Gott sei Dank genügend Beispiele, wo dies gelungen ist, auch hier in dieser Gegend. Leider wurden in den 70er Jahren schon einmal gnadenlos einmalige Gebäude abgerissen mit dem Erfolg, dass wir heute zum Teil unter einer monotonen Architektur leiden.

Die auf dem Gelände des Kloster eventuell geplante Einfamilienhaussiedlung stellt sicherlich keine Bereicherung eines bunten Stadtbildes dar. Wir würden uns freuen, wenn dort ein tschechisch-deutsches Begegnungszentrum, eine internationale Hochschule oder ein Museum entstehen könnte.

Die Barmherzigen Schwestern planen den Bau eines Hospizes in Cheb. Warum nicht in diesem Gebäude? Für solche Projekte gibt es doch Fördergelder. Bitte geben Sie dem Kloster eine Chance!"

Karel VratnikAngela VratnikovaCornelia SchirmacherWaldsassen

Nicht Erdboden gleichmachen

"Letztes Jahr verbrachte ich einige Tage in Waldsassen. Und natürlich führte mich der Weg auch nach Tschechien und Cheb. Dort fiel mir das hinter Bäumen versteckte Kloster und sein desolater Zustand auf. Im Internet verfolgte ich die Bestrebungen, das Gebäude zu erhalten und später anderweitig im europäischen Gedanken zu nutzen.

Ich appelliere an die Verantwortlichen vor Ort, alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu nutzen und diesen geschichtsträchtigen Ort nicht dem Erdboden gleichzumachen. In Waldsassen wird momentan mit viel Liebe und Einsatz die "Glück-Villa" renoviert, wie ich hörte. Wäre so etwas nicht auch in Cheb möglich?

In der Hoffnung, mich mit meinem Schreiben der Gruppe der Sympathisanten angeschlossen zu haben, verbleibe ich als Freundin Ihrer Region."

Annette WeißAbbensen (Niedersachsen)

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