Gläubige verabschieden nach 15 Jahren Pfarrer Irudayaraj Devadass
Vergelt's Gott an traurigem Tag

Schnell, ja viel zu schnell ist der Tag gekommen, an dem die Gläubigen von Pfarrer Irudayaraj Devadass Abschied nehmen mussten. Die Pfarrangehörigen, Vereine und Verbände sowie Vertreter der Gemeinde wollten ihm, beginnend mit einem Kirchenzug, noch einmal die Ehre erweisen und ihre Verbundenheit bekunden.

Der Abschied von dem Geistlichen ist auch ein historischer Einschnitt, denn die Pfarrei St. Martin beherbergte seit der Marktgründung im Jahr 1344 einen Pfarrer. Seit 1. September ist das wegen Priestermangels vorbei.

"Vieles ist mir in diesen 15 Jahren ans Herz gewachsen. Ich war sehr gerne bei euch", betonte der scheidende Seelsorger. Devadass bezog in sein "Vergelt's Gott" alle großen und kleinen Helfer ein, würdigte jene namentlich, die ihn mit Rat und Tat unterstützten sowie für ihn Vater, Mutter, Schwester, Bruder und Freund gewesen seien. Der Pfarrer lobte zudem die Spendenbereitschaft für Projekte in seiner südindischen Heimat und hob dabei besonders die jahrelange und großherzige Hilfe des OWV Weiherhammer hervor.

Er bat aber auch all jene um Verzeihung, deren Erwartungen er nicht erfüllen habe können. Devadass appellierte an die Gläubigen, gerade jetzt zusammenzustehen, da kein Pfarrer mehr am Ort sei.

"Heute ist kein Jubel- oder Freudentag, eher ein trauriger Tag", sagte Kirchenpfleger Karl Bauer. "Wir sind Ihnen, Herr Pfarrer, dankbar, dass Sie länger geblieben sind, als wir zu hoffen wagten und 15 Jahre in unserer Pfarrei gewirkt haben. Sie haben nie auf eigene Ansprüche gepocht oder versucht, Ihren Kopf durchzusetzen." Bauer endete nachdenklich: "Beim Abschied wird uns oft erst klar, wie kostbar jeder Moment doch war. Wäre dieser Abschied nicht, hätte die Zeit davor wenig Gewicht."

Erich Geier und Sieglinde Koppmann für die KAB-Ortsverbände, Franz Plößl für die Kirchenverwaltung Dürnast, Ministranten, Pfarrgemeinderatssprecher Thomas Rauch (Pfarrei Weiherhammer) und Kirchenpfleger Leonhard Steinsdörfer sagten ein aufrichtiges "Vergelt's Gott!" an den Pfarrer, der stets gerne gesehen war.

"Viele Glaubens- und Lebensstationen unserer Bürger haben Sie mit begleitet und Ihren seelsorgerischen Auftrag hervorragend gemeistert", führte Bürgermeister Ludwig Biller aus. Der Dialog zwischen Kirche und Politik sei sehr gut gelungen.

Der Chor sang nach dem "Festivo coro" der Grafenwöhrer Stadtkapelle das schottische Kirchenlied "Amazing Grace". Eine Möglichkeit zur persönlichen Verabschiedung von Pfarrer Devadass sollte der Stehempfang am und im Pfarrheim sein - es wurde ein Frühschoppen mit viel Herz und auch ein wenig Schmerz. Sepp Pritzl im Namen der Vereinsgemeinschaft sowie Thomas Gmeiner (Feuerwehr) und Klaus Ludwig (Schützen) dankten für das Wohlwollen und die Wertschätzung.
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