Glasscherben gehören nicht in den Wald
Briefe an die Redaktion

Zur Waldbrandgefahr in den heißen Sommerwochen:

So schnell kann es gehen: Im Stifte-Köcher auf meinem Schreibtisch stand bis vor kurzem griffbereit auch ein Vergrößerungsglas. Es wird relativ häufig benötigt. Vor einigen Wochen wollte ich an einem schönen Sonnentag mit meinem Mann nach Weiden fahren. Ich hatte bis dahin am Computer gearbeitet, den ich laufen ließ. Kurz vor der Abfahrt schaute ich von der Zimmertür aus kurz nochmal in mein Arbeitszimmer und sah vom Schreibtisch, der direkt unter dem Zimmerfenster steht, ein winzig-dünnes, verzwirbeltes Wölkchen senkrecht aufsteigen. Ich dachte, ich hätte wohl meine Zigarette nicht ordentlich ausgemacht, aber im Aschenbecher war alles kalt.

Irgend etwas stimmte nicht, aber ich kam erst einmal nicht darauf, was es sein konnte. Eine schmurgelnde Stromleitung? Alle Strippen auf und am Tisch waren kalt. Und dann fiel mein suchender Blick auf mein Zirkel-Etui aus rotlackiertem Kroko-Imitat, das direkt vor dem Stifteköcher, in dem auch das Vergrößerungsglas steckte, lag. Dort war unerwartet ein etwa Stecknadelkopf-großer schwarzer Punkt. Hier traf sich das Sonnenlicht, vom Vergrößerungsglas gebündelt, und von hier kam auch das winzig dünne, verzwirbelte Wölkchen. Die Stelle am Etui war schon ziemlich heiß.

Hätte Papier anstelle des Etuis auf dem Schreibtisch gelegen, wäre das sofort in Brand geraten. Kein Mensch wäre - im Katastrophenfall - später darauf gekommen, wie das Feuer entstanden war. Vermutlich hätte man gar mich und eine unordentlich ausgedrückte oder vergessene Zigarette verdächtigt, zumal man mir dauernd prophezeite, mit meinen Zigaretten würde ich noch mal wer weiß was in Brand setzen. Vor außerordentlich dummen Zufällen ist man eben niemals sicher. Und in staubtrockenen Wäldern können auch bloße Glasscherben Sonnenlicht bündeln. Aus diesem Grund gehören sie absolut nicht dort hin. Findet man sie, müssen sie sofort mitgenommen und entsorgt werden.

Ingeborg Gollwitzer92665 Altenstadt/WN

Bemerkenswerte Leistungen

Zum Bericht "Ruhepol mit Verantwortung" vom 14./15. August über den Alleinerziehenden Konrad Reischl:

Es ist wirklich so, dass Herr Reischl Bemerkenswertes leistet. Der Tag könnte für ihn sicherlich 48 Stunden haben, um alles zu bewältigen. Mein Tag beginnt ebenfalls um 5.30 Uhr, ich bin auch ganztags berufstätig und seit der Geburt meines Kindes vor knapp 18 Jahren alleinerziehend.

Auch ich habe ein Häuschen zu versorgen. Hinzu kommen zwei Bandscheibenvorfälle und eine Schilddrüsenerkrankung, die das Gewicht beeinflusst. Natürlich haben die Großeltern getan, was sie konnten. Aber bei zehn Enkelkindern konnten sie sich nicht nur um meines kümmern.

Auch ich wurde arbeitslos, als mein Kind vier Jahre alt war. Ich hatte aber das unsagbare Glück, beim größten Arbeitgeber in Weiden eine gute Anstellung mit Gleitzeit zu bekommen. Das macht die Sache natürlich etwas leichter. Zu gut kann ich verstehen, das Herr Reischl immer wieder zu Hause bleiben musste, wenn der Sohn krank war. Darum ein großes Lob an die familienfreundliche Firma Popp. Es gibt viele Betriebe, die sich von ihren Mitarbeitern trennen, weil die Alleinerziehenden Anspruch auf 30 freie Tage haben, wenn ein Kind krank ist. Es ist für den Arbeitgeber bestimmt nicht einfach, schließlich muss der Betriebsablauf gewährleistet sein.

Auch wenn das Kind größer wird, gibt es immer wieder Ausnahmesituationen, wo Mann oder Frau an ihre Grenzen stoßen. Inzwischen ist mein Kind fast 18, und bis Oktober werde ich es auch drei- bis viermal wöchentlich von der Lehrstelle abends nach Feierabend abholen, da die Verbindung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht so gut ist.

Egal ob Mann oder Frau, wir leisten Bemerkenswertes, und darauf können wir stolz sein.

Brigitte WittAltenstadt/WN

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