Gowerlhof in Tirschenreuth wurde ein Raub der Flammen
"Das war die Hölle"

14 Feuerwehrmänner sind über Nacht als Brandwache geblieben und haben immer wieder Glutnester besprüht. (Bild: tr)
 
Lack und Kunststoffteile dieses Opels hielten der enormen Hitze nicht Stand. (Bild: tr)

Tirschenreuth. (tr) Gespenstisch sieht es am Morgen nach der Brandkatastrophe auf dem Gowerlhof aus. Noch immer steigt beißender Rauch auf, sind Feuerwehrmänner damit beschäftigt, Glutnester in Schach zu halten.

"Wenn Du was brauchst, melde Dich einfach. Wir sind für euch da." Ein Bekannter ist gekommen, um zu helfen, wie schon so viele seit der Katastrophe am Mittwochabend. Die Solidarität der Nachbarn rührt den Gowerlhof-Bauern Josef Zeitler. Er und seine Familie mussten zuschauen, wie ein Teil ihres Anwesens ein Raub der Flammen wurde. Viel kann Josef Zeitler jetzt nicht tun. Erst in ein paar Tagen ist an Aufräumen und Wiederaufbau zu denken.

Ställe gerettet

"Zwischen Stall und Silo ist das Feuer ausgebrochen", erzählt Zeitler, der zu dem Zeitpunkt Kraftfutter aus einem angrenzenden Gebäude für sein Vieh holen wollte. Ein leises Zischen hat er vernommen, dann eine Flamme und Sekunden später brannte es lichterloh. Das Feuer griff schnell auf die Maschinenhalle über.

Jetzt, am Tag nach dem Unglück, steht Josef Zeitler wieder im Stall und versorgt seine Mutterkühe. Den konnten die Feuerwehrleute retten, genauso das Wohnhaus und Teile der Pension. Völlig zerstört ist hingegen die "Gowerlstube", Zentrum zahlreicher kultureller Aktivitäten. Die Rinder kamen bei dem Brand nicht zu Schaden.

Vier Verletzte

Beim Hinaustreiben der Kühe zogen sich drei Helfer Schürfwunden zu. Ein Feuerwehrmann wurde verletzt, als er sich einem panischen Rind in den Weg stellte. Weniger Glück hatten zwei Schweine, die im gleichen Stallgebäude untergebracht waren. Auch sie reagierten panisch. Es gelang noch, sie ins Freie zu bringen. Aber die sensiblen Tiere kamen nicht mehr zur Ruhe und mussten notgeschlachtet werden.

Am Mittwochabend brannte in Tirschenreuth, Ortsteil Rothenbürg, eine landwirtschaftliche Maschinenhalle. Das Feuer breitete sich schnell aus, fünf Feuerwehren waren im Einsatz. (Bilder: Norbert Grüner)

Urlauber unverletzt

Der Gowerlhof ist eine der besten Adressen der Region, wenn es um "Urlaub auf dem Bauernhof" geht. Eine Pension und mehrere kleine Ferienbungalows gehören zum Anwesen. Mehrere Urlauberfamilien beherbergt der Gowerlhof derzeit. Die Bungalows stehen rund 20 Meter vom Brandherd entfernt. Außer, dass die Hitze die Fensterscheiben zerspringen ließ, sind die kleinen Häuschen in Ordnung. Eine Familie aus Dresden hat bis Sonntag hier gebucht und bleibt auch da.

Eine der Töchter hatte das Feuer entdeckt und es ihrer größeren Schwester mitgeteilt. Die nahm die Jüngere an die Hand, lief mit ihr zum Haus und informierte die Eltern. Die sechsköpfige Familie nahm alles, was sie tragen konnte und eilte Richtung Feld, weg von den Flammen.

Das Auto einer Urlauberfamilie, das vor einem Bungalow geparkt war, wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen. Lack, Spiegel und die Kunststoffteile der vorderen Stoßstange wurden in der Hitze total verformt und sind teilweise geschmolzen.

In drei Wochen Hochzeit

"Das war die Hölle", sagt die Tochter des Brandleiders, Franziska Zeitler, die die Feuerwehr alarmiert hat. Ihr Wohnhaus steht ebenfalls in nächster Nähe zum Brandherd aber weiter weg als die Bungalows. Wohl diesem Umstand ist es zu verdanken, dass es keinerlei Schaden nahm.

In drei Wochen ist ihre Hochzeit. Und die wird sie nicht verschieben. Auch das Abfischen für Kinder, das seit vielen Jahren einer der Höhepunkte im Programm der "Erlebniswochen Fisch" ist, will die Familie aufrechterhalten.
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