Grausiger Fund in Hannover
Koffer mit Baby und Kinderskelett

Das Skelett eines Säuglings und ein lebendes Baby sind in einem Koffer in einem Mehrfamilienhaus in Hannover entdeckt worden. Bild: dpa

Ein grausiger Fund in Hannover: In einem Koffer werden zwei Säuglinge gefunden. Von dem einen gibt es nur noch das Skelett, der andere lebt. Ermittler versuchen, die Hintergründe zu klären.

Hannover. Es ist ein gepflegtes Wohnviertel unweit des Zentrums von Hannover, in das die Polizei am Donnerstag zu einem erschütternden Fund gerufen wird - in einem Koffer in der Wohnung eines jungen Pärchens liegt ein neugeborenes Baby. Es lebt und kommt in eine Klinik. Dann der Schock, als die Beamten den Koffer untersuchen: Sie finden Skelettteile von einem weiteren Baby.

Freund verständigt Polizei


"Als ich gestern vor dem Haus Polizei gesehen habe, habe ich zuerst an einen Einbruch gedacht", sagt Rainer Deike (69). Der Nachbar beschreibt das junge Paar als nett und unauffällig. Wie es dazu kommen konnte, dass die mutmaßliche Mutter, die 22 Jahre alte neue Nachbarin, ihr lebendes Baby in einen Koffer steckte, das können sich die Hausbewohner nicht erklären. Ihr Freund (19), mit dem sie zusammen wohnt, hat die Polizei verständigt. Gerade habe er das Neugeborene in dem Koffer entdeckt, so seine Schilderungen.

Die 22-Jährige habe gerade erst eine Ausbildung angefangen, berichtet eine Nachbarin. "Das waren ganz normale Leute", so die Frau. Das erst seit einigen Monaten in das Haus eingezogene Pärchen habe auch Besuch gehabt. Von der Schwangerschaft habe sie nichts bemerkt, sagt die Nachbarin. Auch habe die Frau nichts davon erwähnt. "So etwas sieht man sonst nur im Fernsehen."

Entfremdung vom Kind


Psychiater Michael Soyka, Gutachter in Fällen von Kindstötung, vermutet, dass die junge Frau zu ihrer Schwangerschaft und dem Kind keinen Zugang gefunden hat. "Man gewinnt den Eindruck, dass die Frau das Kind wie ein Ding abgelegt hat in einem Koffer." Er vermutet eine starke Entfremdung der Frau von dem Kind.

Kurz nach dem grausamen Fund nehmen Polizisten die 22-Jährige an ihrem Arbeitsplatz fest. Gegenüber den Beamten machte die junge Frau bis zum Freitagnachmittag keine Angaben. Der 19-Jährige ist weiter auf freiem Fuß. Die gefundenen Knochenteile werden in der Rechtsmedizin untersucht. Über Geschlecht und Alter des Säuglings werde die Obduktion Aufschluss geben. Eine gute Nachricht kommt aus der Kinderklinik. Der Zustand des geretteten Säuglings - es ist ein kleines Mädchen - ist stabil. Unterdessen meint Nachbar Deike: "Man hätte den Menschen vorher helfen sollen."
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