Gravierender als bisher bekannt
Atom-Störfall heruntergespielt

Bonn/Berlin. Ein Störfall im französischen Atomkraftwerk Fessenheim nahe der deutschen Grenze war gravierender als bislang bekannt. Die französische Atomaufsicht ASN habe den Vorfall im April 2014 vor der Internationalen Atomenergiebehörde heruntergespielt. Das berichteten der WDR und die "Süddeutsche Zeitung" am Freitag. Ein Wassereinbruch hatte damals die Elektrik beschädigt und zur Abschaltung eines Reaktors geführt. Ein Krisenstab entschied, den Reaktor notfallmäßig herunterzufahren.

Das Bundesumweltministerium bestätigte, die Steuerung der Anlage sei durch einen Wasserschaden beeinträchtigt gewesen. Es habe einen Wasserschaden im Bereich der Schaltschränke gegeben. Eine "stufenweise Nachjustierung der Stellung der Steuerstäbe" sei daher nicht mehr möglich gewesen. Christian Küppers, Experte beim Öko-Institut, sagt, der Reaktor sei damals zu schnell abgekühlt worden. "Da gibt es Vorgaben, gegen die hat man offenbar verstoßen."
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