Großes Aufräumen nach dem Tornado in Freystadt
«Die Leute sind gefasst»

Bild: dpa

Freystadt. (dpa) Nach dem Tornado im oberpfälzischen Freystadt dauerten die Aufräumarbeiten am Samstag weiter an. Mit Hilfe der Feuerwehr seien noch am Freitagabend die beschädigten Häuser mit Ziegeln oder zumindest mit Folien abgedichtet worden, sagte der stellvertretende Bürgermeister Rudolf Schiener der Deutschen Presse-Agentur am Samstagmorgen.

Der Tornado war am Freitagabend über den Freystädter Ortsteil Ohausen (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) hinweggefegt. Mehr als 20 Häuser wurden beschädigt. Die Polizei schätzt den Schaden auf mehrere Hunderttausend Euro. Verletzt wurde niemand.
Die Menschen unterstützten sich nach dem Tornado gegenseitig, die Nachbarschaftshilfe sei groß, sagte Schiener. «Die Leute sind gefasst.» Er sei noch am Unglücksabend und auch am Samstag vor Ort gewesen. Schiener bezeichnete es als «Riesenglück, dass weder Menschen noch Tiere verletzt wurden». Neben Wohnhäusern waren auch etliche Stallungen mit Rindern und Schweinen sowie Scheunen beschädigt worden. Zwar seien nach ersten Erkenntnissen alle Häuser weiter bewohnbar, jedoch werde es wohl noch Wochen dauern, bis die Schäden beseitigt sind, sagte Schiener.

Entwurzelte Bäume

In dem Ort wurden zudem zahlreiche Bäume umgeknickt oder entwurzelt. Vor allem durch herumfliegende Dachziegel seien mehrere Fahrzeuge beschädigt worden, teilte das Polizeipräsidium in Regensburg mit. Mehr als 100 Kräfte von Feuerwehr und Polizei waren am Freitagabend im Einsatz.

Ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in München stufte den Wirbelwind als Tornado ein. Auch der Begriff Windhose sei nicht falsch, sondern lediglich das eher altmodische deutsche Wort. Tornado sei heute der international gängige Begriff, wie der Meteorologe am Samstag sagte. Zu unterscheiden seien jedoch Tornado und Funnel: Bei einem Tornado reicht laut DWD die wirbelnde Luftsäule von der Wolkendecke bis zum Boden; geht der Trichter nicht bis zum Boden herab, handelt es sich um einen Funnel - der hinterlässt zumeist keine sichtbaren Schäden.

Hoher Gesamtschaden

Erst vor rund zwei Wochen hatte ein Tornado in den schwäbischen Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg schwere Schäden angerichtet. Nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann(CSU) entstand dort an mehr als 200 Gebäuden erheblicher Sachschaden, 30 waren ganz oder teilweise unbewohnbar. 600 Menschen waren betroffen. Der Gesamtschaden betrug schätzungsweise 40 Millionen Euro. Auch in Bützow in Mecklenburg-Vorpommern hatte ein Tornado Anfang Mai Millionenschäden angerichtet.

Eine Tornado-Vorstufe traf einen kleinen Ort in der Oberfalz. Rund 20 Häuser wurden beschädigt, verletzt wurde aber niemand. Bilder: dpa
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