"Großwindmonster" keine Lösung
Leserbrief

Zum Artikel "Im Gänsemarsch durch die Natur" am 8. Juni:

"Auch unsere Umweltministerin Ulrike Scharf hat bei einem Besuch im Kainzbachtal erkannt, dass wir in einem Naturparadies zu Hause sind. Diese Meinung lässt sich auf den ganzen Obepfälzer Wald ausweiten. Ja, unsere Oberpfalz ist ein wunderbares Fleckchen Erde. Wenn sie nur nicht so bedroht werden würde. Momentan vor allem von der Windkraftlobby. Diese Lobby, die so mächtig erscheint, möchte jedes Stückchen Erde für ihre Zwecke nutzen. Ein Nutzen, der sehr fragwürdig ist.

Wenn man wirklich genau hinschaut, wird schnell deutlich, dass hier zu wenig Wind weht, um diese "Großwindmonster" zu rechtfertigen. Es ist unverständlich wie sich die Politik, die Umweltverbände, die Landratsämter und Gemeinden vor den Karren spannen lassen. Es wurde keine Energiewende, sondern eine Stromwende angeordnet. Dies ist nicht zum Wohle der Menschheit und Natur, sondern füllt nur die Taschen einiger weniger. Was zurückgelassen wird, ist verbrannte Erde.

Von den Windrädern in Bayern sind nur einige wenige rentabel. Ein Großteil muss gefördert werden, und dies geht natürlich wieder zulasten des Steuerzahlers. Die Menschen, die an solchen Windkraftanlagen leben müssen, werden zwangsenteignet und ihrer Gesundheit beraubt. Schon jetzt ist klar, dass Infraschall (Fernsehbericht vom 7. Juni 2015 bei RTL, Stern-TV) gesundheitsschädlich für Mensch und Tier ist. Auch wenn Ilse Aigner schreibt, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien "beachtlich für ein windschwaches Land" ist, so kann man aus den ebenfalls angegebenenen Daten nachrechnen, wie groß der finanzielle Verlust durch Windkraft in Bayern ist.

Aigner postuliert in "Bayern starkes Land, Mai 2015" 1000 Volllaststunden im Jahr. Das entspricht einem Nutzungsgrad der Anlagen von 11,4 Prozent. Windkraft kann außerdem unseren Bedarf nie erfüllen und ist in Bayern keine Lösung. Atomenergie ist nicht beherrschbar und Kohlestrom zu belastend. Ich war selbst fast 30 Jahre im Bund Naturschutz und habe diesen verlassen, weil ich mich nicht mehr vertreten fühlte. Was wir wirklich brauchen ist eine visionäre Energiewende, die im Einklang mit Mensch und Natur steht. Wir sind in der Verantwortung für unsere Kinder und Enkelkinder. Denn, wie schon viele Ureinwohner sagten: Erst stirbt die Natur, dann der Mensch.

Elisabeth Krammer-Mühlbauer,Gleiritsch

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