Gute Argumente für den Pferdesport: Studie belegt, dass Reiten gut für die soziale Entwicklung ...
Reiten ist gut für den Charakter

Reiter sind zielstrebig, begeisterungsfähig, strukturiert und ausgeglichen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie, bei der die Persönlichkeit von 813 Reitern und Nicht-Reitern untersucht wurde (Erhebungsjahr 2012). Reiten prägt den Charakter.

Die meisten Reiter werden jetzt heftig mit dem Kopf nicken. Doch was unter "Pferdeleuten" bekannt ist, lässt sich auch belegen. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) ließ bereits im Jahr 2012/13 in einer Studie die Auswirkungen des Umgangs mit Pferden auf die Charakterbildung untersuchen.

"Wir waren immer überzeugt vom positiven Einfluss des Pferdes auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, denn es entspricht unseren Erfahrungen und Beobachtungen. Wir wollten aber wissen, ob unsere Einschätzungen und Argumente stimmen beziehungsweise was genau die Wirkung ist", erklärt ein Sprecher der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, den Grund für die Studie.

Für Eltern interessant

Die Ergebnisse sind besonders für Eltern interessant, die sich Gedanken um eine sinnvolle Sportart für ihre Kinder machen. Schließlich wollen viele Mütter und Väter ihren Kindern ein gesundes Selbstbewusstsein vermitteln, das es ihnen erlaubt, zielstrebig und gefestigt ihren Weg zu gehen. Offenbar fördert der "Coach Pferd" diese positiven Charaktereigenschaften: führungs- und durchsetzungsstark, zielstrebig, begeisterungsfähig, wettbewerbsorientiert, belastbar und strukturiert - bei diesen Eigenschaften wiesen die Reitern höhere Ausprägungen aus als die Nicht-Reiter.

Zwischenmenschliches

Auch im zwischenmenschlichen Bereich zeigten sich deutliche Unterschiede. "Der enge Kontakt mit dem Tier erfordert ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und Sensibilität für die feine Körpersprache der Pferde. Diese Fähigkeiten kommen Reitern im Umgang mit anderen Menschen zu Gute". Davon profitieren vor allem junge Leute. Sie finden im Pferd nicht nur einen Freund, dem sie ihre Sorgen und Nöte erzählen können, sondern lernen vom ihm "fürs Leben".

Der Kontakt zum Pferd zeigt auch eine unmittelbare Wirkung: Die befragten Reiterinnen und Reiter fühlten sich durch das Hobby "Pferd" ausgeglichener und zufriedener. Außerdem schätzten sich die Befragten in deutlich höherem Maß als Nicht-Reiter als naturverbunden, sportlich und aktiv ein.

Altersgruppen

Untersucht wurden 411 Reiter im Alter von 14 bis 65 Jahren, von denen 91 Prozent weiblich und 9 Prozent männlich waren. Sie nahmen über ein Online-Tool an der Studie teil. Um einen direkten Vergleich zu haben, wurde jeweils ein statistischer Zwilling gesucht. Das heißt, die Forscher befragten parallel 402 Nicht-Reiter, die in der Geschlechterverteilung, im Alter und dem Einkommen der Gruppe der Reiter entsprachen.

Um eventuelle Persönlichkeitsunterschiede festzustellen, wandte Studienleiter Diplom-Psychologe Johannes Schneider von der decode Marketingberatung (Hamburg) sogenannte implizite Verfahren an. Dabei werden unbewusste Inhalte mit Hilfe der Reaktionszeit gemessen. "Implizite Methoden sind in den Sozialwissenschaften der führende Ansatz, um genau die Inhalte messen zu können, über die Menschen in der Regel nur bedingt Auskunft geben können oder wollen", erklärt Johannes Schneider die angewandte Methodik. (fn-press)
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