Hat die Stadt den BGS vergessen?
Leserbrief

Zu unserem Artikel "Polizeischule ausbaufähig", erschienen in der Ausgabe vom 14./15. November, erreichte uns eine Zuschrift von einem Polizeihauptkommissar a.D., in der es heißt:

"Im Artikel war zu lesen, dass der Präsident der Bayerischen Bereitschaftspolizei den Standort Nabburg noch intensiver nutzen möchte. Es gibt nur einen Schönheitsfehler dabei: Die Mobile Kontroll- und Überwachungseinheit (MKÜ) der Bundespolizei, früher BGS, müsste das von ihr genutzte Gebäude räumen und Nabburg verlassen.

Aus Sicht der Bereitschaftspolizei ist der Wunsch sicherlich ein legitimes Ansinnen, aus Sicht ehemaliger BGS-Beamter, die 1997 hart um den Erhalt des BGS-Standortes kämpften und erst Recht aus Sicht der 32 Bundespolizeibeamten der MKÜ, ein Wortbruch aller Beteiligten.

Zur Erinnerung: 1997 wurde bekannt, dass der BGS-Standort Nabburg infolge einer BGS-Reform vollständig aufgelöst werden sollte. Es bildete sich schnell eine ,Initiative für den BGS Nabburg', der neben BGS-Beamten auch der damalige Bürgermeister Josef Fischer, der jetzige Bürgermeister Armin Schärtl und weitere noch heute im Stadtrat vertretene Personen angehörten.

Der Kampf um den Erhalt des BGS-Standortes endete schließlich mit der Auflösung der über 600 Bediensteten starken BGS-Abteilung unter gleichzeitiger Schaffung einer MKÜ in Stärke von über 60 BGS-Beamten mit Standortgarantie am Fichtenbühl. Der damalige Ministerpräsident Edmund Stoiber sicherte außerdem unserem Bürgermeister zu, zur Kompensierung des Standortverlustes Teile der Bereitschaftspolizeiabteilung Sulzbach- Rosenberg nach Nabburg zu verlegen.

Das war 1998, und heute, 17 Jahre später, interessieren die Stadt (Bürgermeister und Stadträte) die 32 verbliebenen Bundespolizeibeamten am Fichtenbühl anscheinend nicht mehr. Wie anders wäre der Artikel zu interpretieren, in dem der Bürgermeister gegenüber dem Bereitschaftspolizeipräsidenten zwar über Grunderwerb in Nachbarschaft der Polizei-Unterkunft spricht, über die MKÜ und deren Erhalt in Nabburg jedoch kein Wort verliert.

Der Verantwortliche der BGS-Reform, Innenminister Kanther, und der damalige Ministerpräsident Stoiber sind nicht mehr im Amt und könnten, auch wenn sie wollten, ihre Standortgarantie für die MKÜ nicht mehr durchsetzen. Aber in Nabburg sind noch Bürgermeister und Stadträte im Amt, die mit uns BGS-Beamten um den Erhalt des BGS in Nabburg kämpften und die an die damals gegebene Standortgarantie bei Gelegenheit und bei zuständiger Stelle erinnern könnten und müssten!

Unsere Kommunalpolitiker sollten sich einmal mit den Beamten der MKÜ unterhalten, die zu einem großen Teil in Nabburg und Umgebung sesshaft sind, hier Häuser gebaut und hier ihre Familien haben, im Gegensatz zu den Polizeischülern und den Pendlern des Lehrpersonals der Bereitschaftspolizei. Oder sind ihnen 40 Polizeischüler mehr in Nabburg wichtiger als 32 Bundespolizeibeamte, von denen ein Großteil Nabburger Bürger sind?"

Werner Ponath, Nabburg

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