Hausaufgaben nicht alle gemacht
Briefe an die Redaktion

Zum Artikel "Knapp 150 Kilo Müll pro Nase" vom 25.März

"In Sachen Müllbeseitigung hat der Landkreis seine Hausaufgaben gemacht" ist zu lesen. Diese Aussage ist höchst zweifelhaft! Wie steht es denn mit dem Bioabfall? Dieser ist auf der gesamten Themenseite mit keinem Wort erwähnt.

Seit dem 1. Juni 2012 gilt das Kreislaufwirtschaftsgesetz welches in seinem §11 festsetzt: "...sind Bioabfälle ... spätestens ab dem 1. Januar 2015 getrennt zu sammeln." Obwohl mehr als zweieinhalb Jahre Zeit für die Vorbereitungen gewesen wäre, ist die gesetzlich vorgeschriebene getrennte Bioabfallsammlung im Landkreis Tirschenreuth bis dato nicht realisiert.

Diese offensichtliche Diskrepanz mit geltendem Recht ist dubios und wäre einer Erläuterung Wert gewesen. Da ist anscheinend doch noch ein großer Posten Hausaufgaben nicht gemacht."

Wolfgang SchmellerTirschenreuth

Ein dickes Ei im Stiftland-Nest

Zum Artikel "Wir wollen uns den Titel holen" vom 31. März

"Man hat keine Inhalte erfahren!" So äußerten sich Teilnehmer nach der Vereinsgründung im Kloster Waldsassen. Politiker haben uns Bürgern ein dickes Ei ins "Nest Stiftland" gelegt. Geschichtsbewusste wissen noch nicht, von wem es - und was ausgebrütet wird. Wundermittel darin sollen aktuelle Probleme mittelfristig lösen helfen: Verhinderung von Windmühlen... Das Wunder-Ei brachte uns einer der vielen "freien Gutachter" im Lande - gegen Bezahlung. Es ist unter "Waldsassener Verschluss".

Dem Publikum den studierten Geographen vorzustellen, war nach eineinhalb Stunden euphorischer Worte und überwältigender Beteiligung an der Vereinsgründung keine Zeit mehr. Geschweige denn, dass der Wissenschaftler in 15 Minuten Beispiele seiner einzigartigen historisch-kulturellen Erkenntnisse aufdeckte. Greift er, der Regionfremde, auf längst Überholtes zurück? Oder fand er gar das "Gelbe vom Stiftland-Ei"? Von uns ehrenamtlichen Heimatkundlern seit vier Jahrzehnten glattweg übersehen.

Die wichtigen Vereinsposten waren schon im Voraus "ausgekartet". Von wem? So auch der sogenannte wissenschaftliche Beirat an fünf - enthusiastische - Laien. Werden sie Kärrnerarbeit tätigen? Ob man mit hausbackenem Stolz ein "Straußenei" mit seinen dicken Schalen ausbrüten kann? Denn nicht nur in der Oberpfalz gibt es viele Landschaften, die den Gütestempel "Weltkulturerbe" verdienen. Versuchen wir es trotzdem.

Harald FähnrichSchönficht

Profitdenken vor Naturschutz

Zum Thema Wald und seine Bewirtschaftung

"Seit geraumer Zeit beobachte ich (und sicher auch sehr viele andere auch), wie Tag für Tag massenhaft Lastwagen mit Unmengen von Baumstämmen durch unsere Stadt Tirschenreuth Richtung Sägewerk fahren. Beim Spazierengehen in Wäldern unserer Umgebung kann man auch deutlich erkennen, welch große Lücken dies in den Baumbestand reißt, oft genug auch totaler Kahlschlag. Das mag für manche Leute sehr lukrativ sein, doch für unsere Wälder sehe ich da sehr schwarz.

Man braucht sich nur mal im Internet auf "Google-earth" einklicken, um zu sehen, wie der Wald bei uns noch vor 10 Jahren ausgesehen hat und wie er jetzt aussieht. Dann bekommen wir eine Ahnung, wie es um unseren Wald steht. Und wenn es so weitergeht, können wir uns ausmalen, wie es in weiteren 10 Jahren aussieht.

Dass dies für uns alle und für den Tourismus nicht gut sein kann, sollten doch auch unsere Politiker erkennen. Mich wundert es, dass da niemand etwas dazu sagt, obwohl es doch alle sehen und wissen müssten!

Kürzlich las ich in der Zeitung, dass Deutschland viel zu wenig Naturschutzgebiete ausweist, obwohl es dazu Vorschriften gibt. Was ist da los, warum wird hier nicht gehandelt und warum setzt sich niemand um den Erhalt unserer Natur und unserer Wälder ein, die doch unsere Schätze sind? Wahrscheinlich gehen auch hier wieder mal Wirtschaftsinteressen und Profitdenken vor."

Margareta ZimmerTirschenreuth

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