Haut zum Kleben

Mit der Wiedergeburt des legendären Cinquecento vor acht Jahren fährt Fiat wieder in der Erfolgsspur. Der 500er ist der beliebteste Kleinwagen in Europa. Jetzt gibt es eine Neuauflage. Sogar mit zweiter Haut.

In einem Alter, wo andere Hersteller ein neues Modell nachschieben, belassen es die Turiner bei einem behutsamen Facelift. Warum auch etwas verändern, was sich verkauft wie geschnitten Brot? Zwar zählen die Techniker 1900 Veränderungen auf, erkennbar sind sie aber nicht einmal auf den zweiten Blick. "Kunstwerke brauchen kein Restyling", sagt denn auch selbstbewusst Markenvorstand Luca Napolitano. Galt der Stadtfloh bisher als typisches Frauenauto, so soll er jetzt mehr die Männerwelt ansprechen. "Wir wollten ein Unisex-Auto entwickeln", so Napolitano. Vor fast 60 Jahren mobilisierte der erste Cinquecento Italien fast im Alleingang. War das "less is more" damals wirtschaftlich bedingt, so nahmen die Designer das Motto jetzt in ihr Lastenheft. Formstreng hält sich der Neue an die Vorgaben des Millionensellers.

Bei unverändert kompakten Abmessungen erkennt vielleicht der Fachmann kleine Nuancen bei der Scheinwerfer-Architektur mit dem LED-Tagfahrlicht, dem stärker betonten Kühlergrill mit den seitlichen Chromspangen. Da lächelt der kleine Italiener mit seinem Schnäuzchen jetzt etwas breiter. Neu auch die Heckleuchten in Form eines offenen Trapez, aus dem noch einmal die Karosseriefarbe hervorsticht.



Da umfasst die Palette 13 Möglichkeiten von Pastell bis Metallic. Neu ist die Kollektion "Second Skin". Mit der aufgeklebten "zweiten Haut" lassen sich auch Bicolore-Effekte realisieren. Die Folien kann man auch wieder entfernen oder durch andere ersetzen.

Neu gestaltet präsentiert sich der Innenraum. Zwar immer noch im Retro-Look des Originals, kommt jetzt mehr Infotainment zum Einsatz. Die Multifunktionstasten am Lenkrad sind für alle Modelle Serie. Auch Uconnect gibt's als Standardversion zunächst aufpreisfrei mit Bildschirm, sechs Lautsprechern und Anschlussmöglichkeiten für externe Musikspeicher. Wer will, kann Sieben-Zoll-Display mit Touchscreeen, Smartphone samt Navi und Internetdiensten mit einbinden, muss dann aber nachlegen. Normalerweise eigentlich nicht erwähnenswert: Der neue 500er hat jetzt auch ein "richtiges" Handschuhfach.

Der kleine Italiener geht zunächst mit drei Benzinern an den Start, die alle die EU-6-Norm erfüllen. Die beiden Zweizylinder TwinAir sind in den Leistungsstufen 85 und 105 PS zu haben, wobei der schwächere Motor nur 3,8 Liter (90 g/km CO2) vebrauchen soll. Der 1,2-l-Vierzylinder mit 69 PS wird später wie auch der 1,3-l-Multijet-Diesel (95 PS) mit einem Eco-Paket angeboten, was die Schadstoff-Emissionen auf 99 bzw. 89 g/km CO2 reduziert. Der Fronttriebler kann auch mit Dualogic-Automatik geordert werden.

Preise bleiben stabil

Wie bei den Abmessungen hält es Fiat auch bei den Preisen: Die sind unverändert und reichen je nach Ausstattungsvariante von 12 250 bis 16 650 Euro. Das Cabrio ist jeweils 2500 Euro teurer. Mit diversen Paketen lassen sich auch Klimaautomatik, Parksensoren oder Leder nachrüsten. Serienmäßig hat der Cityflitzer zwar diverse elektronische Helferlein, aber kein City-Notbremssystem.
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