Helfer vor Ort übernehmen im Autohaus Popp ihr neues Fahrzeug
Mit Allrad zum Einsatz

Speichersdorf/Weidenberg. (op) Im Notfall helfen und Menschenleben retten. Das ist das erklärte Ziel der Helfer vor Ort (HvO), die sich aus Sanitätern der Rot-Kreuz-Bereitschaft zusammensetzen. Fast vier Jahre lang wurden für ein neues HvO-Einsatzfahrzeug Spenden gesammelt. Viele Bürger und Vereine steuerten teils namhafte Beträge bei.

Jetzt endlich war es soweit. Im Speichersdorfer Autohaus Hans Popp konnten die Helfer in ihrer roten Dienstkleidung ein neues Auto für ihre ehrenamtliche Arbeit in Empfang nehmen. Es ist ein Suzuki SX 4 mit einem 135 PS starken Zwei-Liter-Dieselmotor und Allradantrieb, um auch im Winter und im unwegsamen Gelände gerüstet zu sein.

Das Fahrzeug ist gebraucht, zwei Jahre alt und hat 36 000 Kilometer auf dem Tacho. Autohändler Hans Popp hat, wie er berichtete, lange nach einem geeigneten Auto gesucht und direkt mit der Suzuki-Zentrale in Bensheim verhandelt, um ein solches Fahrzeug vor allem kostengünstig zu bekommen. Popp hat das Fahrzeug zudem auf eigene Kosten mit einem Blaulicht versehen und die Karosserie mit den notwendigen Beschriftungen beklebt.

Kreisbereitschaftsleiter Richard Knorr und die beiden Weidenberger Bereitschaftsführer Birgit Vogel und Daniel Schiener fanden denn auch viele Lobesworte für die Unterstützung durch den Autohändler, der sich uneigennützig in den Dienst der guten Sache gestellt habe. Knorr verspricht sich durch das neue Fahrzeug eine Initialzündung. Er hofft, dass dadurch neue Helfer gewonnen werden können und die alten bei der Stange bleiben: "Ich weiß nicht, wie es ohne neues Auto weitergegangen wäre." Und fürwahr, das alte Fahrzeug, ein Auto A 2, hatte bereits 15 Jahre auf dem Buckel. Er wird in Kürze auf Kosten des Herstellers der Verschrottung zugeführt.

Die Weidenberger Bereitschaft unterhält seit 2000 einen HvO-Standort. Das Fahrzeug, die laufenden Kosten und der gesamte Unterhalt, wie Sprit, Reparaturen, TÜV-Abnahme und Inspektionen, werden seither durch Spenden finanziert. Auch in Zukunft erhoffen sich die Helfer vor Ort weitere Zuwendungen aus der Bevölkerung, damit die restliche Finanzierung der Fahrzeuganschaffung gesichert ist.

Alle HvO-Sanitäter haben eine Zusatzausbildung. Sie wollen das therapiefreie Intervall zwischen Alarmierung und Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken. Ziel ist es, schnellstmöglich qualifizierte Erste Hilfe zum Patienten zu bringen. Auch bei Not- und Verkehrsunfällen werden die Helfer vor Ort alarmiert. Die Weidenberger Bereitschaft, in der etwa ein Dutzend Sanitäter aktiv tätig sind, trägt so zur rettungsdienstlichen Versorgung der Bevölkerung in Weidenberg, Kirchenpingarten, Speichersdorf und Seybothenreuth bei.

Wie Bereitschaftsleiterin Vogel mitteilte, sind von den Weidenbergern allein in diesem Jahr bereits rund 200 Einsätze gefahren worden. 2014 waren es 175, davon zehn Kindernotfälle, je fünf Verkehrsunfälle und erfolgreiche Reanimationen, 45 Notfalleinsätze und 110 Notarzteinsätze.
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