Hochwasser in Louisiana
Die ignorierte Katastrophe in den USA

50 Zentimeter Wasser in den Straßen und wenig Entspannung in Sicht: Der US-Bundesstaat Louisiana ringt mit den Folgen eines historischen Hochwassers - das den Rest des Landes offenbar kaum interessiert.

Lake Arrowhead/Baton Rouge. Die Schäden gehen nach Einschätzung der Behörden in die Milliarden. Ein Sprecher des Roten Kreuzes sagte: "Dies ist eine epische Katastrophe." Der Staat wurde nicht zum erste Mal so hart getroffen: Die Bilder aus Baton Rouge und den tiefer gelegenen Gebieten erinnern an jene nach dem Hurrikan Katrina aus dem Jahr 2005. Damals kamen mehr als 1800 Menschen ums Leben.

Das Rote Kreuz schätzt die Fluten als schlimmste Katastrophe in den USA nach Hurrikan Sandy im Jahr 2012 ein. Dennoch werden die Nachrichten, wenn sie sich mit dem Wetter befassen, von den Bränden an der Westküste dominiert, dem bildstärkeren Thema. "Die Katastrophe, von der keiner spricht", schreibt "USA Today". Die tagelangen schweren Regenfälle durchkreuzten offenbar das übliche Muster der Katastrophenberichterstattung in den USA. Es war kein Hurrikan, kein tropischer Sturm, sondern lediglich ein namenloses Tief mit sehr viel Wasser.

Menschen nicht vorbereitet


"Was wir hier erleben, kommt vielleicht alle 500 bis 1000 Jahre vor", sagte der Abgeordnete Garret Graves, der sein Leben in Baton Rouge verbracht hat, dem Magazin "Atlantic". Die Menschen des Staates seien zu wenig vorbereitet gewesen.

Aus Louisiana wurden Kritik und Wut laut, die Nation und ihre Medien schenkten der Katastrophe zu wenig Aufmerksamkeit. Die regionale Katastrophenbehörde erkannte zwar an, dass die Regierung in Washington auf das Desaster angemessen reagiere. In sozialen Medien gibt es trotzdem viel Kritik an Präsident Barack Obama, der im Golfurlaub auf Martha's Vineyard ist. Die Zeitung "The Advocate" aus Baton Rouge merkte an, dass Obama seinen Urlaub zwar sehr wohl für ein Spendendinner für Hillary Clinton unterbrochen, es aber nicht nach Louisiana geschafft habe. "Urlaub hin oder her, das verwundete Louisiana braucht Sie jetzt", schreibt das Blatt.

Mindestens 13 Menschen sind in den Fluten gestorben, weit mehr als 40 000 Häuser zerstört, Zehntausende ohne Strom. Tausende übernachten in Notunterkünften. Nach Abfluss der Wassermassen wird für die meisten Menschen das größte Problem sein, dass sie gegen die Schäden nicht versichert waren.

Feuer in Kalifornien


In Kalifornien toben unterdessen weiter riesige Busch- und Waldbrände. Mehr als 80 000 Menschen waren aufgerufen worden, die Gefahrenzone, rund 100 Kilometer östlich von Los Angeles, zu räumen. Der starke Wind verschärft die Lage, er nährt viele Feuer immer wieder aufs Neue.
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