Höchster Stand seit mehr als 20 Jahren
Einbrüche stark gestiegen

Ein Einbruch in die eigenen vier Wände - das ist ein Horror für Wohnungseigentümer und Mieter. Die Zahl der Delikte ist auf einen Höchststand gestiegen, im Vergleich zu 2014 um knapp zehn Prozent. Für die Gewerkschaft der Polizei gibt es dafür einen eindeutigen Grund.

Berlin. (dpa/tos) Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland ist einem Bericht zufolge auf den höchsten Stand seit mehr als 20 Jahren gestiegen. Für das Jahr 2015 weise die Kriminalstatistik 167 136 erfasste Fälle aus und damit 9,9 Prozent mehr als im Jahr davor, berichtete "Die Welt" unter Berufung auf die neue polizeiliche Kriminalstatistik (PKS). Deutschlandweit lag die Zahl der Wohnungseinbrüche demnach zuletzt 1993 so hoch.

Anstieg auch in der Region


In der Oberpfalz stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche ebenfalls, jedoch deutlich unter dem Bundesschnitt. Die Zahl der Delikte wuchs um 2,3 Prozent (auf 561 Fälle). Das ist der höchste Wert in den vergangenen zehn Jahren. Diebstahlsdelikte machten mit knapp 28 Prozent den größten Anteil aller in der Oberpfalz begangenen Straftaten aus.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wolle die Kriminalstatistik voraussichtlich im Mai in Berlin offiziell vorstellen, schreibt die Zeitung. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) führt den Anstieg bei Wohnungseinbrüchen auf Personalabbau bei der Polizei zurück. "Die Polizei ist gezwungen, sich aus der Fläche zurückzuziehen. Deshalb hat die Polizei schon Reviere schließen müssen", sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek.

Seit 2005 stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche laut GdP um rund 52 Prozent - im Schnitt geschehe alle drei Minuten ein Einbruch. "Wir brauchen dringend die Einrichtung eines Länderübergreifenden Vorgangsbearbeitungssystems, das recherchefähig sein muss", sagte der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt. Die Behörden müssten besser gegen Banden vorgehen, die in mehreren Bundesländern aktiv seien.

Die Zahl aller in Deutschland erfassten Straftaten wuchs 2015 gegenüber 2014 um 4,1 Prozent auf 6,33 Millionen. Die Aufklärungsquote betrage 56,3 Prozent - eine Verbesserung um 1,4 Prozentpunkte.

Der Statistik zufolge handelte es sich bei fast 40 Prozent aller Straftaten um Diebstähle. Hohe Zuwachsraten seien auch beim Laden- (plus 7,1 Prozent) und beim Taschendiebstahl (plus 7 Prozent) verzeichnet worden.
Die Polizei ist gezwungen, sich aus der Fläche zurückzuziehen. Deshalb hat die Polizei schon Reviere schließen müssen.Jörg Radek, stellvertretender Bundesvorsitzende Polizei-Gewerkschaft GdP
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.