Hutgeschichten

Die Branche durchschritt manches Jammertal und erklomm manchen Olymp. Im alten Rom Zeichen des freien Mannes, im Mittelalter Auszeichnung herausragender Persönlichkeiten oder Diskriminierungsinstrument gegen Minderheiten, war der Hut bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus dem Straßenbild nicht wegzudenken. "Nach dem Ersten Weltkrieg aber war alles hin", sagt Robert Nuslan, "deshalb hat mein Urgroßvater alte Hüte wieder aufbereitet, weil das Material einfach zu teuer war".

Nach dem Zweiten Weltkrieg drehte sich der Trend, Material wurde billig, die Arbeit teuer. Es war die Zeit, als Nuslans Vater in die Hut-Dynastie eintrat: "Er kam aus Siebenbürgen und war in Kriegsgefangenschaft", erzählt der Sohn. Der Großvater mütterlicherseits hatte erfahren, dass da ein begabter ungarischer Hutmacher darunter sei. "Mein Vater war clever, der hat gleich die Mutter geschwängert und eingeheiratet", beschreibt er die eigene Entstehungsgeschichte. (jrh)
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