Im Sommer auf die Skipiste

Während andere im Freibad liegen, packt Juli ihre Skier aus. Die Zehnjährige ist Skispringerin. Auch im Sommer düst sie gerne die Sprungschanzen hinunter.

Es ist heiß, über 30 Grad. Kleine Schweißtropfen laufen an Julis Gesicht herunter. Ihre Hände stecken in dünnen Handschuhen. Auf dem Kopf hat sie ihren Helm samt Skibrille. Außerdem trägt das Mädchen einen Anzug für Skispringer.

Skispringen im Sommer? Das klingt im ersten Moment komisch. Ist es aber gar nicht. Nur von März bis Mitte Juni machen viele Skispringer Pause. "Ansonsten springen wir aber das ganze Jahr, auch im Sommer", verrät Juli. Dafür braucht man eine spezielle Schanze ohne Schnee. Der Hang, auf dem die Springer landen, ist mit einer grünen Matte aus Kunststoff ausgelegt.

Freie Bahn

Julis Trainer steht oben auf einer Plattform und hebt den Arm. Dann schaut er noch einmal den steilen Abhang hinunter. Alles klar, die Schanze ist frei. Der Trainer lässt den Arm nach unten fallen. Das ist das Zeichen. Hoch oben auf der Schanze sitzt Juli auf einem schmalen Balken. Sie macht sich für ihren ersten Sprung bereit. Dann drückt sie sich ab, geht tief in die Hocke und legt die Arme seitlich am Körper an. So gleitet Juli die Schanze hinunter. Ein lautes Rattern ist zu hören. Juli düst die Anlaufspur herunter. Wuusssssch! Die Zehnjährige saust durch die Luft. Ein paar Sekunden später ist ein Platschen zu hören. Juli ist sicher gelandet.

Sprung gefilmt

Es war ein Sprung von etwa 20 Metern. Juli fährt mit ihren Skiern über ein Stück Gras und kommt zum Stehen. Ihr Trainer hat den Sprung gefilmt. Später schauen sie sich das Video gemeinsam an.

Vor vier Jahren fing Juli mit dem Skispringen an. Sie trainiert in dem Ort Degenfeld. Das ist ein kleines Dorf im Bundesland Baden-Württemberg. "Wir machen etwa sieben oder acht Sprünge pro Training", sagt sie und stapft die letzten Stufen zur Schanze hinauf.

Seit Kurzem darf Juli von der großen Schanze springen. Von dort kann man über 40 Meter weit fliegen. Beim ersten Sprung sei das schon ein bisschen komisch gewesen, findet Juli. "Aber man darf keine Angst haben. Man muss sich einfach auf den Balken setzen und losfahren." (dpa)
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