Im weißen Smoothie ist Fett erlaubt
Gehaltvoll und cremig

Nicht nur lecker sondern auch sättigend: Weiße Smoothies. Wichtigste Grundzutat sind rohe und gesättigte Fette - Rohmilchbutter, Kokosmus oder Kokosöl. (Foto: tmn/Christin Klose)
 
Aus Cashewkernen, Vanille, Zimt, Wasser, Datteln und Kokosöl lässt sich ein Smoothie zaubern, der als «flüssige weiße Schokolade» durchgeht. (Foto: tmn/Mascha Brichta)
(tmn)

Sie schmecken, machen satt, sollen dem Körper beim Entgiften helfen
und die Lust auf Ungesundes vertreiben. Weiße Smoothies sind eine Erweiterung der Smoothie-Welt. Sie punkten mit ihrer cremigen Konsistenz und können auch als Dessert oder Salatdressing gefallen.

Die grünen sind bereits in aller Munde - nun finden auch weiße Smoothies mit ihrem hohen Fettanteil zunehmend Anhänger. Sie werden auch Lubrikatoren genannt. Statt grünem Blattgemüse enthalten sie «vor allem hochwertige gesunde Fette und essentielle Aminosäuren», sagt Marion Selzer, die ein Buch zum
Thema geschrieben hat.

Wichtigste Grundzutat sind rohe und gesättigte Fette - Rohmilchbutter, Kokosmus oder Kokosöl, erklärt die Ernährungsberaterin. Eier, Nüsse, Mandeln und Samen liefern die Proteine. Und für den Geschmack kommen Obst und eventuell ein paar Gewürze hinzu. Selzer schätzt am weißen Smoothie, dass er satt macht und damit als Ersatz für eine Hauptmahlzeit dienen kann. Doch Achtung: Man sollte die Kalorienzahl im Blick haben. So kann es ein Smoothie mit gehaltvollen Zutaten wie Rohmilchbutter, Sahne und Avocado schon einmal auf rund 500 Kilokalorien pro Portion bringen.

Für einen nicht ganz so kalorienreichen Lubrikator empfiehlt Selzer, die Menge an Nüssen und Trockenfrüchten gering zu halten, pro Portion nur einen Esslöffel Fett zu verwenden und lieber etwas mehr frisches Obst in den Smoothie zu mischen.

Hans-Helmut Martin, Wissenschaftlicher Leiter der Akademie des Verbands für unabhängige Gesundheitsberatung, hält den weißen Smoothie hingegen «eher für eine Modeerscheinung». Prinzipiell richtig sei, dass nicht alle ungesättigten Fettsäuren gesund und alle gesättigten ungesund seien. Mittel- und kurzkettige gesättigte Fettsäuren, wie sie in Kokosfett vorkommen, seien gesundheitlich
zumindest nicht bedenklich, sagt der Ökotrophologe. Kritisch zu betrachten sei bei Kokosfett aber der Umwelt-Aspekt: Wegen der langen Transportwege sei es aus ökologischer Sicht nicht empfehlenswert, regelmäßig Kokosfett in großen Mengen zu verwenden.

Eine weitere Eigenschaft weißer Smoothies ist Selzers Erfahrung zufolge, dass sie den Heißhunger nach Süßem oder Fettigem bremsen. Laut Martin spricht prinzipiell zwar nichts dagegen, ab und zu einen weißen Smoothie zu sich zu nehmen, ernährungsphysiologisch sei es aber nicht notwendig.

Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sieht den regelmäßigen Verzehr gesättigter Fettensäuren grundsätzlich kritisch. Sie empfiehlt, mehrfach ungesättigten Fettsäuren, wie sie etwa in Raps-, Walnuss- und Olivenöl enthalten sind, den Vorzug zu geben.

Ein praktischer Vorteil des weißen Smoothies ist die vergleichsweise unkomplizierte Zubereitung. So entsteht beispielsweise schnell Selzers «Apfelschmaus»: Für zwei Portionen werden vier Äpfel, je zwei Esslöffel Kokosmus und geschälte Hanfsamen, 15 Gojibeeren und etwa 250 Milliliter Wasser gemixt - und fertig ist der Smoothie.

Für herzhafte Varianten empfiehlt Selzer, Rohmilchbutter oder Kokosöl mit Gewürzen wie Curry, Kurkuma, Salz und Pfeffer oder Kräutern und Zitronensaft zu mischen. So passe der Smoothie auch als Soße zu Salaten, Kartoffel- oder Pastagerichten.

Und auch als Dessert ist ein weißer Smoothie ein Genuss: Eine Creme aus je einem Esslöffel Kokosöl und Mandelmus, einem rohen Ei und einer kleinen Mango, bestreut mit ein paar Kokosraspeln.
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