Im Zweifel für das Kind

Zu misshandelten Kindern:

Es ist beschämend, dass die Schwächsten der Schwachen nicht geschützt aufwachsen können. Leider ist sexueller Missbrauch immer noch ein Tabuthema. Zwar gibt es ein Tierschutzgesetz, aber kein Gesetz für den Kinderschutz. Viele glauben nach wie vor, Missbrauch von Kindern kommt nur in sozial schwachen Kreisen vor. Man kann sich nicht vorstellen, dass Unternehmer, Geistliche oder auch Politiker Kinder schänden können. Bekanntlich findet sexueller Missbrauch in etwa 80 bis 90 Prozent der Fälle durch Männer statt. Sie stammen aus allen sozialen Schichten und unterscheiden sich durch kein äußeres Merkmal. Es werden im Schnitt täglich fast 50 Kinder sexuell missbraucht. Vor Gericht steht oft Aussage gegen Aussage. Daher geht im Zweifelsfalle das Verfahren für den Täter straffrei aus. Viele rettet auch die Verjährungsfrist, deshalb brauchen wir eine Verlängerung der Fristen, effektivere Strafverfolgungsmöglichkeiten.

Ein Lichtblick sind Institutionen wie Dornrose oder Caritas. Aber was können sie bewirken, wenn sich Politik, Verwaltung und Justiz halbherzig engagieren? Hier sollte der Grundsatz gelten: Im Zweifel nicht für den Täterschutz - im Zweifel für das Kind.

Peter Ruckdäschel, 92685 Floß
Weitere Beiträge zu den Themen: Mai 2015 (7904)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.