In England geht's doch auch
Briefe an die Redaktion

Zum Artikel "Kostentreiber Kreisverkehr" am 27. September:

Wieder einmal scheint ein Kreisverkehr der Kostenfrage zum Opfer zu fallen. Bei den geschätzten 500 000 Euro (für die Anbindung von "Rumpler II" an die B 15, die Red.) wäre dies durchaus verständlich. Mir kommt es allerdings vor, dass dieser Kalkulation die hier gängige, aber irrige Annahme zugrunde liegt, dass ein Kreisverkehr immer eine parkähnliche Anlage in seiner Mitte beherbergen muss. Anderenorts sind Kreisverkehre nicht viel größer als eine Kreuzung mit einer gepflasterten, leicht gewölbten Mitte, die auch Schwertransporten und langen Lkw-Gespannen (die übrigens besagten Kreisverkehr eher selten befahren werden) die Möglichkeit gibt, die Mitte des Kreisverkehrs anzuschneiden, um ihn problemlos zu durchfahren.

Vor kurzem besuchte ich in England eine Veranstaltung mit 150 000 Besuchern und stellte erstaunt fest, dass weder bei Anfahrt noch bei Abfahrt auch nur irgendein Stau zu sehen war - trotz der vielen Kreisverkehre auf dem Weg. Oder war dies vielleicht doch eher wegen der Rondelle der Fall? Würde dort jeder der unzähligen Kreisverkehre 500 000 Euro kosten, wäre das Königreich wohl schon im Staatsbankrott versunken.

Ich bin immer noch am Rätseln, ob die Verantwortlichen in den hiesigen Bauämtern alle so viel gescheiter sind als die in den anderen Regionen, Bundesländern und Ländern, die einen Kreisverkehr nach dem anderen hinpflanzen, oder ob das irgendwie anders gelagert ist. Oder ist es doch die hervorragende Lobbyarbeit derjenigen, die mit Ampeln und deren Wartungsverträgen ihr Geld verdienen.

Zu guter Letzt sollte man den Vorteil der größeren Verkehrssicherheit eines Kreisverkehrs noch einmal herausstellen. Gerade wenn so ein Kreisverkehr einer rein ökonomischen Entscheidung zum Opfer fällt, stellt sich spätestens beim ersten Unfallopfer an der dann realisierten konventionellen Kreuzung eine sehr unangenehme Frage.

Tobias PunzmannNeustadt/WN

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