In Speichersdorf steht besonderes Gewächs
Kita pflanzt Schnullerbaum

Speichersdorf. Der Abschied vom Schnuller ist auch ein Abschied vom Babyalter - ein Abschied allerdings der nicht selten ganz schön schwer fallen kann. Der Schritt zum Verzicht auf den Seelentröster soll daher mit positiven Erlebnissen vorbereitet werden.

Ein Schnullerbaum dient so der einfacheren Schnuller-Entwöhnung eines Kleinkinds. Der zugrundeliegende Gedanke ist, dass das Kind die sonst eher problematische Trennung vom Schnuller mit einem positiven Erlebnis verbindet, da es den Schnullerbaum jederzeit besuchen und auf diese Weise auch an die Natur herangeführt werden kann. Es sieht, dass auch andere Kinder ihren Schnuller abgegeben haben.

Begleitet wird der Abschied oft mit regelmäßig stattfindenden Ritualen, mit denen das Kind seinen Schnuller selbst an einen Ast hängen kann. Im Anschluss erhält es meist ein kleines Geschenk oder eine Urkunde dafür.

Dabei dürfte die Kita Breslauer Straße wohl nicht nur in Stadt und Landkreis Bayreuth, sondern weit darüber hinaus die erste Kita-Einrichtung sein, die dieses pädagogische Instrument der kindgerechten Schnuller-Entwöhnung eines Kleinkinds praktiziert. Die Idee des Schnullerbaums selbst stammt aus Dänemark.

Kerstin Ruckdeschel stieß vor einem Jahr eher durch Zufall auf dieses pädagogische Instrument, erinnert sie sich. Ganz nebenbei hörte sie davon mal im Fernsehen, machte sich dann im Internet schlau. "Das wär auch etwas ganz Besonderes für meinen Kindergarten", war sie von Anfang an überzeugt. Auch das Kita-Team war begeistert.

Kurzerhand wurde eine Schnullergeschichte gesucht und den ersten Kindern, die mitmachten, vorgelesen. Dann machten sie sich auf dem Weg zum Baum. "Das schlug ein wie eine Bombe - selten habe ich bei einer Sache so begeisterte und spontane Kinder gesehen", so die Kita-Chefin.

Es ging schneller als gedacht. Alle wollten den Schnuller hinhängen. "Die waren wie wild drauf ihre, Schnullis loszuwerden." Die Dreijährigen aus der Kindergartengruppe haben gleich alle Schnuller von zuhause mitgebracht. Manche sogar fünf bis sechs.
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