In USA drei Beamte erschossen
Polizisten offenbar in Hinterhalt gelockt

Die Polizei von Baton Rouge suchte noch möglichen Komplizen. Bild: dpa

Baton Rouge. Zehn Tage nach der Ermordung von fünf Polizisten in Dallas sind in Baton Rouge (US-Bundesstaat Louisiana) drei Polizeibeamte erschossen und mindestens drei weitere verletzt worden, einer davon schwebte in Lebensgefahr. Ein direkter Zusammenhang mit Protesten gegen Polizeigewalt in den USA wurde zwar zunächst nicht offiziell bestätigt. Es gab jedoch mehrere Hinweise darauf, dass es sich wahrscheinlich um eine geplante Attacke gegen Polizisten gehandelt hat.

Demnach wurden die Polizisten vermutlich in einen Hinterhalt gelockt. Über den genauen Ablauf gab es aber zunächst nur wenige Angaben. Nach Medienberichten war bei der Polizei etwa um 8.30 Uhr morgens Ortszeit ein Anruf eingegangen, dem zufolge ein mit einem Gewehr bewaffneter Mann eine Straße entlanggehe. Als Streifenbeamte eintrafen, seien sie unter Feuer genommen worden. Nach Einschätzung der Behörden hat nur ein Täter die Schüsse auf die Polizisten abgegeben. "Wir glauben, dass die Person, die auf die Polizisten geschossen und sie getötet hat, tot ist", sagte der Chef der Staatspolizei, Mike Edmonson, auf einer Pressekonferenz. Die Bevölkerung müsse nicht fürchten, dass es derzeit noch "aktive Schützen" gebe. Über das Motiv des Schützen wurde zunächst nichts mitgeteilt.

Der Gouverneur von Louisiana, John Edwards, sprach von einer "verabscheuungswürdigen Attacke gegen uns alle". US-Medien bewerteten auch das als Hinweis, dass es sich um einen gezielten Angriff handelte.

Die Lage in Baton Rouge ist seit Tagen besonders angespannt: Dort war am 5. Juli der Schwarze Alton Sterling von Polizisten erschossen worden, während er am Boden lag. Das und tödliche Polizeischüsse auf einen zweiten Schwarzen in Minnesota hatte in den USA eine Welle des Protestes gegen Polizeigewalt ausgelöst. In der Nacht zum 8. Juli erschoss dann ein einzelner Heckenschütze gezielt fünf Polizisten.
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